|GTaag|

27. April 2006

Abonnement

Abgelegt unter: Allgemein — gtaag @ 22:57
Eigentlich schon seit Pakistan (”Kamosh Pani – Silent Water“) und spätestens seit der Westbank (”Paradise Now“) *) scheine ich für solche Gebiete, wo es auch mal zugehen kann, gerne angesprochen zu werden. Denn ich drängele mich nicht besonders, hebe nicht extra den Arm.
Und so geht es in der nächten Woche nach Ägypten. Sehr kurzfristig, denn der Drehort wird in Dahab sein, genau dort, wo vorgestern der Anschlag war. Da mußte nun ganz schnell die Position Ton neu besetzt werden, die war abgesprungen. Na gut, Dahab, Egypt. Warum nicht. Das Projekt ist schon länger geplant und der Auftraggeber heißt nicht RTLII sondern arte.
Etwas irritierend heute in der Produktionsfirma war es dann aber doch schon, als die Frage der interessierten Laien kam, die dort mittun, ob wir keine Angst hätten. Die Regisseurin und ich, wir schauten uns an. Lachen darf man da nicht. Ernsthaft antworten. Ich sagte, Angst ist kein guter Begleiter. Nein, Angst, wovor denn? Gibts da Haie?
Zur Einstimmung: Fotos aus Jordanien. Das war im Februar diesen Jahres.
Jordanien 2006Alok


*) Mein Gott, Wordpress, wie schaffen es denn die Leute, einfach mal so und schnell, ohne viel zu schreiben, hier Links einzusetzen. Nach der Möglichkeit, ohne Klimpzüge Fotos zu implementieren, da frage ich gar nicht erst.

Update: Safari arbeitet nicht mit WP2.0. Aber Camino tut es. Das muß man halt nur wissen.

26. April 2006

Bratwurst-Bauchladen

Abgelegt unter: Bln. — gtaag @ 17:12
127,5Kg Bratwürste müssen sie pro Woche abnehmen. Das sind 240 Stück am Tag bei einer 6-Tage-Woche. Beim Verkaufspreis von 1,30 mit Senf/Ketchup und Serviette ergibt sich ein Gewinn von 35ct pro Stück, wenn man nicht selber verkauft.
/Quelle: http://www.grillwalker.de

Technisch sind 200 Würste in der Stunde zu schaffen.

Anfangs in Berlin gab es sie nur stehend, dazu war nur eine Reisegewerbekarte notwendig, aber mit einem Urteil vom OVG Berlin vom 17.9.03, ist das wohl so einfach doch nicht, zumindestens braucht man einen Gewerbeschein und damit u.a. einen Nachweis von Personaltoiletten. Also ein Dixi in Sichtweite? Mit diesem Nachweis hat es ja wohl geklappt, seit fast 4 Jahren gibt es die Grillwalker in Berlin. Mittlerweise gibt es sie auch sitzend, im Rollstuhl. Einen Mitleidsbonus haben die aber nicht, wie ich heute am Alexanderplatz beobachten konnte. Der klassische Grillwalker, stehend, er hatte viel mehr Kunden, als der sitzende.

06Grillwalker.jpg



Nachtrag: Am Alex werden die Bratwürste für 1€ verkauft. Also werden die Verkäufer wohl auch die Bauchladenmieter sein. Wo käme sonst noch ein Gewinn her?

UPDATE /30.3.09:  Glatte 3 Jahre später kostet die Wurscht 1.20€.

Gerontologisch

Abgelegt unter: Allgemein — gtaag @ 14:24
“Irgendwann hat sich das sowieso erledigt, mit diesen Thema, beim Dokumentarfilm.” Das sagte ein Kameramann vor ca. 10 Jahren, als wir in Theresienstadt unterwegs waren. Abends hatten wir zusammen gesessen, wie üblich nach solchen Drehtagen in der Fremde. Ich hatte ihn gefragt, wohl mehr als Feststellung: Du machst ja dauernd solche Filme.

Diese Feststellung kam wohl nicht besonders gut, denn nach dem einen Film (Balagan) und dessen Erfolg war er abonniert. Auf Israel, Juden, Konzentrationslager. Vertreibung und Vernichtung. Und da es eine Mähr ist, sich irgendetwas aussuchen zu können, was man so macht im Beruf, schaute er mit Schaukelpferdblick. Man kann sich eben nicht wehren, warum auch, es hätte ja auch schlimmer kommen können, das allemal, Krankenhausserie beispielsweise. Oder aktuelle Berichterstattung.



Es wurde tatsächlich stiller um diese Themen, jedenfalls um Dokumentarfilme, in denen Zeitzeugen auftreten, die man dann an diese Schauplätze begleitet. Die dann erzählen. Jedenfalls in meiner Wahrnehmung wurde es stiller. Zwar trifft auch auf mich zu, dass ich mir nicht aussuchen kann, was ich so für Projekte habe, aber in den letzten Jahren waren es mehr Spielfilme. Das habe ich sehr forciert, aber nicht ausgesucht.

Dann kam vor 3 Wochen ein Anruf aus Amerika, dass für den dokumentarischen Teil eines Spielfilmes, der noch gedreht werden wird, in Berlin Aufnahmen stattfinden sollen, das müsse jetzt geschehen. „Der Protagonist ist schon 83.“ Aha, das gerontologische Problem. Und ich sagte das auch noch, am kurzen Zögern am anderen Ende der Leitung merkte ich, da war man etwas irritiert. Von einem Deutschen, so etwas. Ich konnte ausbügeln, selbstverständlich, aber was kann ich denn auch dafür, dass mir spontan der Satz des Kameramanns einfiel, Dokumentarfilm ist sowieso bald erledigt. Mit diesem Thema.



Und so kamen sie über den Großen Teich geflogen, Kameramann, Regisseur, Produktionsleiter und Protagonist. Für das Ende eines noch nicht gedrehten Spielfilmes: Ein alter Mann geht in Plötzensee in den Raum der Hinrichtungsstätte und sagt etwas über Hermann. Hermann ist statt seinem dort 1943 der Kopf abgeschlagen worden. Er hat weitergelebt. Eine wahre Geschichte.

Diese Geschichte muss so ungeheuerlich sein, dass sie wie ausgedacht wirken wird. Und nachdem sie zu Ende erzählt ist, tritt der alte Mann auf. Nein, keine ausgedachte Geschichte. Es kann wirklich sein, dass einem dann der Atem stockt.



Im Herbst soll der Spielfilm gedreht werden. In Tschechien oder in Ungarn, Teile in Deutschland. Noch steht die Finanzierung nicht, Low Budget. Wie viel Geld ist denn schon da. 10 Millionen Dollar. In Deutschland nennt man das eine anständige Finanzierung. Man darf gespannt sein. Arbeitstitel: „Truth And Treason“.

 

Umstellung

Abgelegt unter: Allgemein — gtaag @ 02:00
Umgestellt auf Wordpress. Noch sind einige Beiträge noch in der Formatierung wieder gerade zurücken und auch das Bild bzw. die Schrift…


technorati tags:

22. April 2006

"Verbrechergedenktag"

Abgelegt unter: so — gtaag @ 08:05


Unter dem Eintrag Verbrechergedenktag schrieb 40something:
“Warum wissen selbst Leute, die in einem vorgeblich bewusst antifaschistischen System wie der DDR oder im Ausland sozialisiert wurden, mit diesem Datum etwas anzufangen?”
Jetzt würde es schneller gehen, polemisch zu antworten, aber ich habe mir ja an irgendeinem ErstenJanuar vorgenommen, dieser Schwäche entgegenzuarbeiten und gerade in einem Blog kommt Polemik billig, finde ich.
Also: Aus meiner Erfahrung war die ddr kein “vorgeblich” antifaschistisches System, sondern sie war es. Zwar konnte man (und kann man erst recht heute, mit Abstand) Parallelen zu totalitären Regimen sehen, die fdj, die Kampfgruppen, die Staatssicherheit, aber trotzdem, das System war antifaschistisch. Ich meine, zich der Genossen in der Führungsetage haben im Konzentrationslager gesessen, bei einem Interviewmarathon 1988 (niemals ausgewertet) habe ich alleine 20 ehemalige Sachsenhausenhäftlinge kennengelernt, davon waren alle irgendwie mehr oder weniger hochgestiegen im Staatsapparat.
Gerade aber in der immer wieder zu jeder passenden und unpassenden Beschwörung des Antifaschismus liegt ein Grund, warum man “selbst” in der ddr den Geburtstag Hitlers kannte, dieses Datum im Bewußtsein so vieler Menschen, auch meinem, verankert ist: Die ddr war ein mehr gehaßtes als geliebtes Gebilde und immer, wenn man einer Sache nicht entfliehen kann und sie haßt, sucht man sich Möglichkeiten zur Oppositition, wo kann man Papa am meisten weh tun, wo hat er eine Wunde, die werde ich finden. Eine der Wunden war Antifaschismus. Nichts leichter als das, dem einen Tritt zu versetzen. Und wenns nur so ein bißchen ist, auf jeden Fall fühlt man sich dann wohler.



Mein Erklärungsversuch ist etwas einfach? Ja aber warum sollte ich (Jahrgang 1962) denn dann Hitlers Geburtstag kennen? Aber hab ich ihn begangen, gefeiert, gedacht. Nein, aufhören, ich will nicht polemisch sein.

19. April 2006

ddr-Flash

Abgelegt unter: Uckermark — gtaag @ 21:25


Heute in Br./Uckermark war ich auf einmal in ein Bild zurückversetzt.

Es muss in den 70iger Jahren in der ddr gewesen sein, da hatte man die Kaufhalle in dem Dorf bei Berlin, in dem ich aufgewachsen war, auf einmal verkleinert: Einfach die Hälfte abgetrennt, und wenn man den Laden vorher gekannt hatte, kam er einem irgendwie amputiert vor. Irgendwie nicht ganz wirklich. Da stimmt irgendetwas nicht, da ist etwas nicht in Ordnung. Und auch: Da wurde Vertrautes genommen, das vor allen Dingen.
Es war eine finstere und aussichtslose Zeit gewesen, selbst als Kind hatte ich das so empfunden. Vielleicht weil die Erwachsenen auch nicht so richtig fröhlich gewesen waren. Jedenfalls sagte mein Vater mir, das haben sie gemacht, weil es nicht mehr so richtig was zu kaufen gibt. Mit der Verkleinerung des Raumes sähe es nicht ganz so leer und trostlos aus. „So denken die jedenfalls.“ Mein Vater war manchmal deutlicher als nötig. Anderseits gab es auch keinen Grund, diese Welt von mir fernzuhalten, für manche Dinge muss man auch schon als Kind sehr erwachsen sein.



Hier oben bin ich seit 1998. Ich weiß noch, wie ich überrascht war, in Br. (6km entfernt) gab es einen superspar und der hatte alles, was man so brauchte, wenn in Berlin vergessen oder wenn der Aufenthalt verlängert. Selbst trockenen Weißwein gab es da und auch eine bestimmte Sorte Jogurt. Die Fleischtheke schien einer hauseigenen Schlachterei angeschlossen zu sein, die Wurst war frisch und hielt auch nicht lange, immer ein Zeichen für gute Wurst, jedenfalls bei Aufschnitt.

Dass ich 1998 noch so sehr überrascht sein konnte von den Veränderungen in der ostdeutschen Provinz, 9 Jahre nach der Wende, das hing ganz einfach damit zusammen, dass ich die Zeit dazwischen mehr im Ausland unterwegs gewesen war und mein Bewusstsein vor 89 stehen geblieben war: Außerhalb von Berlin, da muss man alles mitnehmen. Da bekommt man höchsten Milch und Butter zu kaufen und Bier von einer norddeutschen Brauerei, also Brackwasser.
Aber.
1998 muss ich wohl gerade noch eine Hoch-Zeit hier erlebt haben. Denn von da an ging alles abwärts, anders kann ich es nicht sagen. Ich sage das nicht gerne, weil ich von Natur aus nicht jemand bin, der die Dinge abwärts gehend betrachtet, diese Art, die Gegenwart einzuordnen, ist mir fremd. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Zuerst wurde die Wursttheke abgeschafft, nun gab es nur noch eingeschweißtes, von wem das gemacht wurde, war nicht ersichtlich, ich habe auch mal probiert, mehr Salz, das auf jeden Fall und langelange haltbar. Der Wurst wurde die Zeit gestohlen, (das Empfinden für Zeit), ein untrügliches Zeichen für Niedergang.

Dann veränderte sich das Sortiment. Alternativprodukte zu den Markennamen füllten die Regale, aber die Preise veränderten sich nicht, eher kletterten sie.
Ich bin dann nur noch sehr selten hingefahren, weil es keine Freude mehr war.
Und heute, gut, dass ich stabiler Natur bin, beim Einbiegen auf den Parkplatz sah ich schon die Veränderung, SCHLECKER stand neben superspar mit der Tanne im Logo, SCHLECKER, die Aasgeier, wo es unten ist, dann noch SCHLECKER, eine Kette die auch noch sehr unten ihren Vorteil findet. Hätte ich nicht dringend Butter gebraucht, ich wäre sofort umgekehrt. Aber ohne Butter ist ein Frühstück nur schwer vorstellbar, also auf dem leeren Parkplatz das Auto abgestellt, mit dem Euro einen Wagen losgelöst, durch die Automatiktür hinein und sofort umgeleitet nach rechts: Geradeaus, da wo früher die Kassen waren, hatte man abgetrennt und da war es, das Dejavú, der Keulenschlag.
Ich kürze jetzt ab. Es gab nicht mal Butter! Vielleicht weil man gerade am Umbauen war. Vielleicht deshalb. (Ja, ich gebe es zu, als Blogführer sollte man manchmal etwas mehr journalistisch drauf sein und Fragen stellen, Warum?, Weshalb? Aber da ich Warums und Weshalbs im Grunde verachte, oder besser, die Menschen, die aus fleischgewordener beruflicher Identität diese Fragen stellen, anstatt den Rand zu halten.) Ich habe mit wehenden Rockschößen den Laden verlassen. Mein unnutzer Wagen hätte vor Schwung beinahe die lahmen Automatiktüren gerammt. Ddr! Ostler, Arschlöcher, Idioten. Können nicht mal so umbauen, dass man sich trotzdem willkommen fühlt. Haben kein Talent oder ist denen egal. Mann!

Wie die ddr geendet hat, ist ja hinlänglich bekannt. Das schöne an der Zeit war eigentlich auch, dass als Alternative immer ein Ende da war und ein Aufwärts, der Westen. Das Goldene. Das Bessere. Das Funktionierende. Und heute? Was könnte heute kommen danach? Ich hatte meinen ddr-Flash und nicht mal Butter. Man wird da ein ödes Frühstück, morgen.

17. April 2006

LeseTipp

Abgelegt unter: so — gtaag @ 17:36
Vom Verschwinden und Verharren

16. April 2006

Uckermark, aufgelassen.

Abgelegt unter: Uckermark — gtaag @ 14:44


Seit 1998 laufe ich vier- oder fünfmal im Jahr die große Runde über die Felder und immer denke ich, in dem Dorf, eine dreiviertel Stunde von T. entfernt, daß sich doch endlich einmal ein Käufer für diese beiden Häuser finden könnte. Völlig unverständlich, dieses Brachlliegen, bei so einer Lage. Daß da keiner zuschlägt!
GTaag06

Das eine, Dorfrandlage, außerhalb, aber nicht ganz verlassen (links gleich anschließend bewohntes Grundstück und schräg rechts gegenüber auch) mit ca 2000m2 Land, alter und verwilderter Baumbestand.



GTaag06


Das andere nur 200 Meter weiter hinein ins Dorf, das ist schon arg mitgenommen. Aber nach hinten ein Blick über die Felder, wie bei dem anderen Haus auch.
Kaufen!



15. April 2006

Caveman

Abgelegt unter: Rezensionen — gtaag @ 21:03


Caveman pic


Für dieses Einpersonenstück gibt es alleine in Deutschland 15 Darsteller. Falls mal einer ausfällt oder sich Aufführungen überschneiden. Es könnte also zeitgleich an 15 verschiedenen Orten, dieses Stück, aufgeführt werden und würde sein Publikum finden, so erfolgreich ist es. In der Arena (Berlin) nennt man es auch deshalb intern „Unsere CashKuh“, immer ausverkauft, immer zahlende Gäste. So etwas braucht jeder Laden, der die Finger in vielen Aktivitäten hat, das nennt man Risikostreuung, nur so kann man erfolgreich sein.
Vielleicht ist es ein Unterschied, ob man seine Eintrittskarte kauft, oder ob man den Eintritt frei bekommen hat, wenn man kauft, jedenfalls ist das so bei mir, muss man auch Lust auf das Stück haben, irgendwo muss ein Interesse geweckt worden sein. Aber geschenkt, da kann ich geschenkt ja schon mal ganz sportlich ohne Informationen hingehen, nur wissen: EinPersonenTheaterstück, erfolgreich, CashKuh.
Und gehe dann hin, setze sich auf meinen Platz, mustere mit offenen Augen die Location (hier hatte ich schon mal Sir Simon Rattle mit einem Educationprojekt gesehen, da war der Saal größer, jetzt hat man abgetrennt.) *)
Ja das ist es schon, man hat abgetrennt, schlauchartig. Und als es losgeht, ich sitze im hinteren Drittel, habe ich den Eindruck, als würde ich auf eine Briefmarke weitweit vorne schauen, auch noch links in der Reihe vor mir etwas eingeschränkt von einem Sitzriesen mit Muttermal im Nacken.

Geschenkt bleibe ich sitzen, nur irritiert. Aber hab dich mal nicht so, sage ich mir. Da gab es schon schlimmere Sachen. Aber welche?, mir fällt nichts ein. Was nichts zu sagen hat, denn ich gehe für gewöhnlich nicht ins Theater. Das letzte mal vor 10 oder mehr Jahren in die Volksbühne, zu Martthaler, Danke. Europäer, dieses Ding, das Stück war so gut, dass ich keine Lust verspürte, mir dieses Erlebnis durch dauernde schlechtere nehmen zu lassen.



Caveman ist schnell erzählt: Tom, um die 40, wird von seiner Heike ausgesperrt und vor die Tür gesetzt und räsoniert nun über die Unterschiede zwischen Mann und Frau. Es ist ganz einfach, Männer und Frauen, die gehen einfach nicht zusammen. Männer sind Jäger und Frauen sind Sammler. **)
Der Mann, vor einem See, das andere Ufer ist das Ziel, baut ein Floß oder eine Brücke, gerade hindurch. Die Frau, überlegt, wie komme ich hinüber und geht nach links, unterwegs lässt sich bestimmt noch viel entdecken und aufsammeln.
Mann und Frau im Möbelladen, die Frau vor einem Bett, ach wäre das schön, der Mann, mit Blick auf das Preisschild, komm weiter, das können wir uns nicht leisten.



In dieser Art reiht es sich aneinander, zwar sind die Facetten der Darstellung des Mannes und der Frau bei einem der 15 Darsteller, Christoph Schobesberger, recht schnell erschöpft, Frauen sind bei ihm durch die Gegend tanzende Wesen, mit jeglichem Mangel an Bodenhaftung, Männer wirken immer so, als hätten sie einen Speer in der Hand und müssten sich ununterbrochen an die Brust hauen, ich Tarzan, du Jane. Interessant wäre, noch einen anderen der 15 zu sehen, wie die das so drauf haben, aber trotzdem, es hatte schon was. Es ist eben das Urthema Mann und Frau, die immer wieder eine Partnerschaft eingehen, obwohl sie eigentlich doch gar nicht unter ein Dach passen. Oder gerade deshalb, damit es nicht langweilig wird.



Und so habe ich mich über eine Stunde doch ganz gut amüsiert. Bis das Kopfmikrophon ausfiel und Tom noch gerade seine Sätze zu Ende brachte, ganz weit vorne, da in seiner Briefmarke.
Dann war Pause. Tatsächlich waren T. und ich dann die einzigen, die nach dem Klingeln vor ihrem Bier sitzen blieben. Wir schauten auf die Spree und dachten über uns nach. So ist es, wenn man Eintrittskarten geschenkt bekommt. Ich Tarzan, du Jane. Auf dem Nachhauseweg konnten wir viel lachen. Also doch, ein gelungener Abend.



*) Ich wurde heute korrigiert, Rattle hat in einem anderen Saal der Arena gespielt. Eigentlich wäre es ja auch komisch gewesen, wenn man freiwillig so einen Schlauch abtrennt.
**) In allen zugänglichen Puplikationen wird natürlich “SammlerINNEN” gesagt. Hallelulja.

Begrüßung in T.

Abgelegt unter: Uckermark — gtaag @ 18:53


Das war die Begrüßung gestern Nachmittag in T. Und ne Maus mit Bügel überm Oberkörper, in der Falle. (Das Foto wurde nicht gemacht.)



GTaag 06

GTaag 06
 

14. April 2006

Dem Don Alphonso seine Sau durchs Dorf

Abgelegt unter: so — gtaag @ 19:55


Es war wohl ungefähr so, als hätte man als Tankwart an der eigenen Zapfsäule ein Lagerfeuer veranstaltet oder wäre man des nachts im Antiquitätengeschäft an der Ecke eingestiegen, um anderntags die erbeutet Ware eben jenem Antiquitätenhändler zum Kauf anzubieten: Eine PR-Agentur illustriert ihre Website mit einem Foto, welches sie einfach mal so kopiert hat und dieses Foto gehört einem A-Blogger. Soweit so nicht mal so schlimm. Aber diese PR-Agentur wirbt mit Blog-Monitoring von A-Bloggern, will heißen, Überwachung, will heißen, gegen einiges Honorar sucht sie Gründe zum Anschiß. Denn Blogs, das hat sich wohl mittlerweile herumgesprochen, können ganz gut Stimmung machen, leider eben auch schlechte. Das interessiert, das will man wissen.
Das könnte doch wohl nicht eine Marktlücke sein? Sie ist es, bestimmt, also auf der eigenen Website diese Chance mit ausführlichem Artikel bekannt gemacht und ein Foto geklaut, dumm gelaufen: von einem A-Blogger,
Don Alphonso
himself.
Nein, das tut man nicht, dem Haifisch eine Flosse klauen und ihm dann vorm eigenen Schnabel herumwedeln damit. Also wirklich. Denn so nimmt es dann seinen Anfang: A-Blogger schreibt bei einem anderen A-Blogger einen Artikel,
/hier/
in dem er ankündigt, dass, wenn es nicht in weniger Zeit eine entgegenkommende Reaktion wegen unerlaubt genutztem Foto und so geben würde, er bei sich und Blogbar posten würde, was ein Debakel wäre, für eine PR-Firma. Aber optimistisch könne man ja sein, schließlich werben sie ja damit, dass sie in sehr geringer Zeit, unter einer Stunde, Veränderungen in Blogs mitbekommen können, damit man, falls nötig, rasches Krisenmanagement einleiten könne. Nicht zu spät komme. Damit es nicht solche Debakel gebe wie in der jüngsten Vergangenheit mit Jamba und Transperency International.



Was dann folgt ist leider unerfreulich. Goliath ist in diesem Falle nicht die PR-Agentur, sondern der A-Blogger, er verhält sich aber so, als sei er David. Wer nachlesen möchte, wie man sich im Laufe eines Tages aufgeschaukelt hat, /hier/.
Zuerst geschah gar nichts, außer Aufheize, dann das Statement der Agentur, die Genehmigung zur Benutzung des Fotos sei vom Verlag sanktioniert gewesen, schnell entkräftet, leider eine Lüge, aber da lag der Hund eigentlich schon am Boden. Einmal zuckte er noch, dann stellte er sich endgültig tot. Keine Meldung mehr von ihm.
Über 200 Kommentare generierten sich an einem Nachmittag und Abend, ich schickte auch 3 los, als sich David so weit steigerte, Zitat: „Öffentlichkeitsarbeiter sind qua Beruf beruflich keine Privatpersonen.“ Hm. Starkes Stück Unsinn. (Wenn ich auch, jetzt, mit dem eingefügten „beruflich“ nicht ganz klar komme, entweder zu schnell geschrieben oder soll das doch was aussagen?)
An dieser Stelle, nach nicht mal 2 Stunden Freigabe zur Jagd hatte sich in den Kommentaren ein illustres Volk versammelt, teilweise schlau, teilweise lustgeifernd, alle geeint gegen Goliath, der schon am Boden lag, bevor es überhaupt losging, aber immer drauf. Stasi, diese. Und spätestens dann darf man ja hauen. Stasi.



Spätestens so ungefähr da hatte es mir die Lust an der Posse genommen, als David-A-Blogger seine
Rechnung
postete, 250 Eurolein für das Foto, diese Ziffer eingefasst mit 2 Seiten Text. Mein Gott, muss der Mann beim Verfassen eine Erektion gehabt haben!



Was ist, 24 Stunden später, bei mir übriggeblieben?
Zum einen wurde sehr anschaulich Macht illustriert, worüber auch ich nur froh sein kann, sonst könnte auch ich hier meinen C-Blog (schlappe 5 Leute am Tag, die vorbeischauen, kein Kommentargeschehen, Verlinkung, nein) bestimmt bald dicht machen. Zum anderen ein arges Gefühl der Peinlichkeit. Nee, war das aber auch peinlich, diese Trittbretttypen, jeder zweite hatte da schon mal so „eine Zeit“, in der er „Einblick“ in PR-, Politik- oder Journalistenbetrieb bekommen hatte. Ach ja.



Leider. Man kann sich seine Haifische eben nicht aussuchen.

11. April 2006

Nur noch bis kurz nach Ostern

Abgelegt unter: Bln. — gtaag @ 18:32


An der ARENA, in Treptow – nein, Treptow ist nicht so weit im Osten, ist nicht Schöneweide und ist auch nicht Köpenick, das ist gleich da, wo Kreuzberg aufhört und die Allianz das Hochhaus hingepflanzt hat – an der Arena in Treptow, nur noch bis zum Ende der Woche, jedenfalls so ist es geplant, schließlich könnten ja auch ganz andere Temperaturen jetzt sein, nicht so 0 wie heute Morgen:
!Sauna!
Täglich bis 10-24 Uhr. Das Tauchbecken, türkis, das ist dann die Spree. Garantiert unbeheizt.



06BerlinArenaSauna

Nächste Seite »