Dahab 2
Der Mann links im Bild ist 41 Jahre alt und hat in seinem Leben einige berufliche Neuanfänge gehabt. Der letzte war durch Venezuela. Da kam der Bürgerkrieg und er musste zwangsverkaufen. Hier in Dahab hat er auch schon einige tausend Euro in den Sand gesetzt, bzw. ein Rechtsanwalt müht sich nun um Schadensbegrenzung: In bester Lage Dahabs hat er ein Grundstück gekauft, es stellte sich aber heraus, dass er nicht bauen kann, warum auch immer, das hat etwas mit europäischen und ägyptischen (bzw. beduinischen) Verständnis zu tun. Es gibt da verschiedene Maßstäbe.
Die Haushälfte links wurde schwarz gebaut. Das heißt: Nur nachts. Dazu wurde vorher eine Mauer hochgezogen, die Einsicht verhinderte. Denn eine Baugenehmigung hätte er niemals bekommen. Nun war dann der Anbau für die Befüllstation für Taucherflaschen fertig, die Mauer konnte abgerissen werden, da wurde es offiziell. Irgendwie klappte es auch mit dem Wasser und dem Strom.
Nun, seit einem Monat oder seit zweien, das Geschäft lief richtig an. Auch für das technische Tauchen, vergleichbar teuer, gibt es einen Markt. Nach den Bombenanschlägen muss er einen neuen Helfer anlernen, der die Befüllstation betreibt: Die ägyptische Polizei hat alle hier im Ort ansässigen Beduinen verhaftet, die aus derselben Region wie einer der Selbstmordattentäter kamen. Sie wurden in Gefängnisse in den Norden geschafft und man glaubt allgemein nicht, dass sie wiederkommen werden.
