Tauschbörse
Serie drehen ist langweilig. Das ist so, als würde man in eine Schraubenfabrik gehen, der Bedarf an Schrauben hört nie auf. Oder in eine Streichholzfabrik, der Bedarf an Streichhölzern hört nie auf. Serie bedeutet vor allen auch, immer 3 oder 4 Folgen parallel zu drehen, so werden die einzelnen Motive abgefeiert. Man hat dann gar keinen Durchblick mehr, was man in der Geschichte eigentlich nun gerade dran hat, alles verschwimmt zu einem Einheitsbrei, so wie Serien ja auch sind. Diese Parallelität lässt auch gar keine herausragenden Emotionen zu, man kann gar nicht richtig loben oder schimpfen, eigentlich ist man nur damit beschäftigt, abzuarbeiten.
Meistens macht es sich dann das Team gemütlich miteinander, man fühlt sich zusammen in einem Boot sitzend, was eng ist, aber das Meer muss nun ja nun mal durchquert werden, Horizont in Sicht, ja ganz weit hinten. Das ist durchzuhalten. Also warum sich Stress machen?
Hier in meiner Serie hat man damit begonnen, miteinander Bilder von Fußballern zu sammeln, zu tauschen, zu verkaufen. Das macht bestimmt die Hälfte der 30 Leute mit. Dazu gibt es ein Album, Zu Gast bei Freunden steht drauf, darin werden die Bildchen geklebt und damit wird sich beschäftigt. Es geht richtig ernsthaft zu, wobei mir bisher verschlossen geblieben ist, worin der Reiz besteht. Ein Reiz würde doch nur im Mangel bestehen, wie wird denn dieser Mangel an Bildern so künstlich aufrechterhalten, ich verstehe es nicht.
So beschäftigt sich das halbe Team miteinander, es wird getuschelt, über Walkytalky geredet und jede freie Minute am Tauschbörsentisch verbracht, ernsthaft und diszipliniert, ohne die eigentliche Arbeit zu vernachlässigen.

Einmal saß die Makeupfrau neben mir und der Kameraassistent kam hinzu. Er kaufte ihr ein Bildchen ab. Sie holte ihr Portemonnaie hervor und die Transaktion ging sehr schnell vonstatten. Das interessierte mich dann nun doch, wie teuer?, sie sagte, 30 Cent. Ich war enttäuscht, so wenig, ich hätte mindestens 5 Euro gedacht, irgendwoher muss doch der Reiz kommen. Ich sagte, ach so, 30 Cent, und sie sagte, ja, das ist doch viel, für einen Schüler, wenn der 30 Cent bezahlen müsse. Aber ihr seit doch keine Schüler, sagte ich. Sie schaute mich erstaunt an und antwortete nicht.
Aha, so weit ist es also schon. Sie schaffen sich schon eine Parallelwelt miteinander! Das sind ja ungeheuerliche Vorgänge! Und so bleibe ich weiter außen vor, frage nicht weiter nach, vermute, beobachte, finde es unbegreiflich. Wie ich schon sagte, Serie drehen ist wirklich langweilig.
Meistens macht es sich dann das Team gemütlich miteinander, man fühlt sich zusammen in einem Boot sitzend, was eng ist, aber das Meer muss nun ja nun mal durchquert werden, Horizont in Sicht, ja ganz weit hinten. Das ist durchzuhalten. Also warum sich Stress machen?
Hier in meiner Serie hat man damit begonnen, miteinander Bilder von Fußballern zu sammeln, zu tauschen, zu verkaufen. Das macht bestimmt die Hälfte der 30 Leute mit. Dazu gibt es ein Album, Zu Gast bei Freunden steht drauf, darin werden die Bildchen geklebt und damit wird sich beschäftigt. Es geht richtig ernsthaft zu, wobei mir bisher verschlossen geblieben ist, worin der Reiz besteht. Ein Reiz würde doch nur im Mangel bestehen, wie wird denn dieser Mangel an Bildern so künstlich aufrechterhalten, ich verstehe es nicht.
So beschäftigt sich das halbe Team miteinander, es wird getuschelt, über Walkytalky geredet und jede freie Minute am Tauschbörsentisch verbracht, ernsthaft und diszipliniert, ohne die eigentliche Arbeit zu vernachlässigen.

Einmal saß die Makeupfrau neben mir und der Kameraassistent kam hinzu. Er kaufte ihr ein Bildchen ab. Sie holte ihr Portemonnaie hervor und die Transaktion ging sehr schnell vonstatten. Das interessierte mich dann nun doch, wie teuer?, sie sagte, 30 Cent. Ich war enttäuscht, so wenig, ich hätte mindestens 5 Euro gedacht, irgendwoher muss doch der Reiz kommen. Ich sagte, ach so, 30 Cent, und sie sagte, ja, das ist doch viel, für einen Schüler, wenn der 30 Cent bezahlen müsse. Aber ihr seit doch keine Schüler, sagte ich. Sie schaute mich erstaunt an und antwortete nicht.
Aha, so weit ist es also schon. Sie schaffen sich schon eine Parallelwelt miteinander! Das sind ja ungeheuerliche Vorgänge! Und so bleibe ich weiter außen vor, frage nicht weiter nach, vermute, beobachte, finde es unbegreiflich. Wie ich schon sagte, Serie drehen ist wirklich langweilig.