|GTaag|

23. Juni 2006

Folgende Szene

Abgelegt unter: usw. — gtaag @ 22:03
8: Café / Küche – I/T
Die schöne Frau lästert vor ihrer weniger schönen Freundin über eine auch sehr schöne Nebenbuhlerin. Es geht richtig und kurz und knapp zur Sache und endet damit, dass die schöne Frau sagt: „Wenn du F. siehst, dann warn mich bitte, damit ich rechtzeitig weglaufen kann.“ In dem Moment, der schönen Frau im Rücken, erscheint die Nebenbuhlerin und die weniger schöne Freundin macht nun Handzeichen und Bewegungen, sie soll ja warnen. Aber die schöne Frau versteht zu spät und sagt dann, in der Art ertappter AllyMcBeal: „Warum habe ich nur das Gefühl, dass ich jetzt keinen Spaß daran haben werde, mich umzudrehen?“ Und sie dreht sich um, die schöne Nebenbuhlerin ist zu sehen und die weniger schöne Freundin sagt: „Weil hinter dir F. steht?“

Die Szene ist soweit ganz nett, funktioniert auch, im Vorabendprogramm der ARD kann man gerne so lustig sein. Aber eines vertrage ich nicht und ich werde es nie ertragen, wenn Sätze nachgeschoben werden, die unnötig sind wie ein Kropf, die sagen, was man als Zuschauer schon gesehen hat. Und das ist eben der letzte Satz, den ich heute mindestens zehnmal, wenn nicht zwanzigmal gehört habe. Und bis zum Schluss sträubten sich mir die Nackenhaare und bis zum Schluss wollte ich aufspringen und eingreifen, mindestens den Regler zumachen.
Aber ich blieb sitzen, dachte an meine Tagesgage, dachte über mein Los, freue mich über jede fremdsprachige Produktion in der Zukunft, die Texte verstehe ich dann wenigstens nur zur Hälfte oder gar nicht. Besser gar nicht. Oder es ist ein Sprachkurs. Sprachkurs.

10. Juni 2006

Späterhin…

Abgelegt unter: Uckermark — gtaag @ 22:38
… kam noch

06IgilVorAuto.jpg
schwer zu erkennen:
06TRIgil.jpg
vorbei.

Und wenige Zeit später, folgendes:

06TRMondaufgang.jpg

Lebenszeit

Abgelegt unter: usw. — gtaag @ 20:51
Es ist eine beliebte Übung, bei Spielfilmproduktionen die Arbeitstage vor den freien Tagen lang werden zu lassen. Und nicht nur lang, das ist nicht alles, bis hinein in die Nacht, versetzt, oder gleich ganz die Nacht hindurch. Das hat den Vorteil, nicht auf irgendwelche vorgeschriebenen Ruhezeiten achten zu müssen, übrigens das einzige, worauf noch einigermaßen geachtet wird, auf 11 Stunden Ruhezeit. Ansonsten, über die 2 Tage frei, die dann nominell eigentlich nur eineinhalb Tage frei sind, kann dann die neue Woche wieder ganz früh begonnen werden. Sehr praktisch.

Ich nenne das „Klauen von Lebenszeit“: Ich denke, eine unfreiwillig durchgemachte Nacht kostet 4 Tage Leben, oder 3, jedenfalls verkürzt sich die Lebenszeit um ein bestimmtes Maß. Zwar kann das nicht bewiesen werden, da das Maß X für Lebenszeit unbekannt ist, aber der Überzeugung für meine Theorie bin ich trotzdem. Weil ich mich so fühle, als hätte man mir 3 Tage gestohlen. Ehe ich wieder in einen bestimmten Tritt komme, ohne meinem Körper hinterherzulaufen. (Genauso schlimm, wenn nicht schlimmer, ist das Überwinden von Zeitzonen mit dem Flugzeug, da sind dann komplett 4 Tage Lebenszeit futsch, in jede Richtung, also doppelt, 8. Aber das wird aufgewogen durch einen anderen Erlebnishorizont, nicht gleichzusetzen mit einer unfreiwillig durchgemachten Nacht.)

So wollte ich es heute einmal überwinden, nachdem ich 7 Uhr in der Frühe nach Hause gekommen war. Ich wollte so tun, als sei nichts gewesen. Als wäre ich freiwillig schlaflos gewesen und hätte ich freiwillig das Morgenrot über der Stadt beobachtet und genossen. Ich war drauf und dran, auf die Autobahn zu gehen, den Tempomaten auf 122 einzustellen und in die Uckermark zu fahren. Aber dann habe ich doch geschwächelt. Lebenszeit, nein, ein Verlust daran lässt sich nicht wieder einholen. Ich habe mich ins Bett gelegt und bin dreieinhalb Stunden später aufgestanden. Mit einem Brennen in den Augen und einem wachen Verstand, aber Beinen, die sich mehr in der Konsistenz von Weichgummi anfühlten.

Auf der Autobahn, bei 122, hatte ich dann genug Zeit über den Sinn und Unsinn meines Lebens nachzudenken. Das Ergebnis? Ich habe Rasen gemäht, die Weihnachtsbaumtanne gegossen, sie hat Maitrieb, 5 Tomatenpflanzen gesetzt und Unkraut beseitigt. Und nach einem Glas Rosé, gegen 8 Uhr, gab es den berühmten blicklosen Blick einer Kuh mit Gras zwischen den Zähnen. Wen mache ich verantwortlich, wenn ich jetzt nur 75 statt 82 Jahre alt werde?

5. Juni 2006

Saab 9-3 2.2 TiD SE Anniversary

Abgelegt unter: Allgemein — gtaag @ 19:51
Zweimal oder dreimal im Jahr, wenn ich in Deutschland arbeite, bekomme ich diese niegelnagelneuen Mietwagen, wie schon bemerkt: zum Trockenwohnen. Schon in dieser Zeit werde ich ganz kleiner Junge – es liegt wohl an den Ausdünstungen? – und rechne mir aus und bastele mir zusammen ein Schloß: So ein neues und schickes Auto müßte ich auch wohl endlich privat fahren können, bei diesen Strecken in die Uckermark, da ist es auch angesagt. Außerdem könnte ich den Wagen dann auch statt eines Mietwagens der Produktion in Rechnung stellen. Also.

Und so fängt es mit Leasing an, die Möglichkeit verwerfe ich dann schnell, denn nichts ist schlimmer, als hohe laufende Kosten zu haben, man stelle sich vor, ich bin im Ausland und der Wagen steht ungenutzt in der Garage, unvorstellbar für mich. Weiter geht es mit Jahreswagen. Auch noch viel zu teuer. Von der Markenwahl will ich jetzt gar nicht reden, irgendwie lande sowieso immer wieder bei Saab. Aber die haben seitdem es eigentlich Opel ist ihre Modelpalette so ungünstig verändert, mir bliebe nur übrig, den größten zu kaufen. Aber 38tausend Euro, ich bin doch nicht wahnsinnig. Der letzte 9-3er mit großem Kofferraum, den gab es 2002. … 2006, es ist an der Zeit, so einen zu suchen.

Nun ja, heute ist Pfingstmontag und ich war in Frohnau. Frohnau ist eine Ecke im Norden Berlins, in die man als Berliner nicht kommt. Man weiß knapp noch, daß Frohnau im Norden liegt, aber mehr weiß man auch nicht. (Jetzt weiß ich auch, daß dort eine riesiger chinesischer kreisrunder Freßtempel liegt, auf 3 Etagen chinesisch essen. Die Himmels-Pagode. Auf die grüne Wiese wurde so ein Teil gestellt, wie eigentlich Baumärkte sonst hingestellt werden. Der Laden brummt, halb vier war der Parkplatz voll. Aber deshalb war ich ja nicht in Frohnau.) Ich bin Probe gefahren und habe mir vom Verkäufer so unglaublich viel über Autos und Motoren und Preise anhören müssen, der Mann hörte überhaupt nicht mehr auf. Und das mir, der ich wenig Ahnung und Interesse an Autos habe, ich will nur einen vernünftigen Wagen, mehr will ich nicht. Ich fuhr ein bißchen Landstraße und auch mal kurz obligatorisch 200 auf der Autobahn, ich konnte den Verkäufer weiterhin gut verstehen und wäre gerne gleich weiter in die Uckermark gerauscht, es war die Prenzlauer Autobahn.

Zurück in seiner Straße wollte ich mich eigentlich verabschieden, um die Sache noch einmal zu überdenken, aber der Verkäufer, ein Senatsbeamter (seine Frau, eine Senatsbeamtin war auch zugegen), bat er mich noch einmal hinein. Also ging es ans Verhandeln, T., auch dabei, war ganz steif neben mir, als ich auf einmal sagte, gut, dann reichen wir uns doch einfach die Hand. Ich hatte ihn 600Euro hinuntergehandelt und das SaabInformationsDisplay mit einem Pixelfehler, das werde er auch noch wechseln lassen. Ich weiß, das kostet 300 bis 400Euro, ich bin sicher, der gute Mann wußte das nicht.
Dann wurde umständlich der Kaufvertrag ausgefüllt, zweimal, es gab keinen Scanner im Haushalt.
Endlich wurde auch nicht mehr über Autos geredet, sondern über Freiberuflerdasein und Beamtendasein, auch kein so prickelndes Thema. So. Mitte Juli bekommt er das Geld und ich das Auto. Schönes Numernschild: B-AC 404.

Und was kommt nun, wenn ich keine Autos mehr trockenwohnen darf? Wird es dann Schluß sein mit den Träumen?