|GTaag|

24. August 2006

Wetter

Abgelegt unter: Uckermark — gtaag @ 22:59
Zuerst braute sich nur so ein ganz normales Gewitter zusammen, mit einem schwülen Nachmittag und zunehmend dicker werdenden Wolken und in den Wolkenlücken mit stechender Sonne, dann wurden die Wolken dunkler und es begann in der Ferne zu donnern.
Na man kennt das ja, man schafft so langsam die Dinge ins Haus, die nicht unbedingt nass werden sollen und schließt die Dachfenster, ist irgendwie ganz ruhig und trotzdem sehr aufmerksam: Da kommt etwas, das ist nicht lustig, man hat die Augen schon offen, ist umsichtig,  für seinen Schutz.
Was dann kam war in der Windstille von Südosten aus zu hören, es rauschte wie ein übergelaufener Gebirgsbach oder als hätte man eine Verstärkeranlage mit offenen Kabeln auf Vollanschlag gedreht: Es war gerade noch Zeit genug, die Schuhe hineinzuholen und die Tür zu schließen, dann brach das Unwetter mit einer Macht los, wie ich es so in diesen uckermärkischen Breiten noch niemals erlebt habe. Es war wie in einem unter hohem Druck stehenden Windkanal auf einmal sich zu befinden, sehr elementar, sehr eindeutig, ich dachte nur, adé Scheune, mein Mikadoständerwerk, adé Stalldach. Zeit wird es ja für euch.
Die begleitenden Wassermassen fluteten das Gelände, ein bisschen Hagel gab es auch, aber nicht schlimm, nur noch so als Dreingabe.
Jetzt hat sich das Aussehen der Scheune etwas verändert, so einiges Ständerwerk im vorderen Teil ist hinuntergekommen. Nur hinten hat sie getrotzt, sie macht nur etwas dickere Backen. Das Dach vom Stall, heute konnte ich ohne Leiter und ohne Angst, erschlagen zu werden mit der Kettensäge arbeiten. Warum für Holz in den Wald gehen, wenn es einem einfach so vor die Füße geworfen wird. Der Sturm hat so was um die eineinhalb Raummeter gebracht. Das Haus ist heil geblieben. Nicht einmal ein Dachziegel hat geklappert.

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