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31. Oktober 2006

Wo ist das?…

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… Richtig!

Leipziger Straße, Berlin, stramm Richtung Potsdamer Platz. Kurz vor der Brücke, links ist der Spittelmarkt.

25. Oktober 2006

Hinterm Palast ist vorm Palast

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Zwölf

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(Unter den Linden, Staatsoper.)

22. Oktober 2006

Berlin, Licht und Schatten

Abgelegt unter: Bln. — gtaag @ 02:53

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Festival of Lights in Berlin


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16. Oktober 2006

Palast der Republik – Der Stand der Dinge

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Anfang Oktober 2006

12. Oktober 2006

Albanien/8 (Tirana)

Abgelegt unter: Albanien, unterwegs — gtaag @ 00:11
Ein Audioeinspiel sollte Ihnen eigentlich die Vergangenheit etwas näher bringen, aber mit dem Implantat, das hat nicht geklappt. Aber Sie haben ja Phantasie, davon gehe ich aus.
Gerne wissen würde ich, ob Sitzpolster ausgegeben wurden oder ob da jeder seine Unterlage selber mitgebracht hat. Die Jungs haben es mir nicht gesagt, die waren nicht einmal bereit zu einem abschließenden Foto. Gewusst hätten sie es natürlich auch nicht, die Information vermisse ich weniger als das nicht gemachte Foto in dieser Reihe. Aber als Tourist so unterwegs sein, das ist mitunter anstrengend, nicht nur wegen der Hitze und dem Mangel an Annehmlichkeiten. Da wird man gerne auch mal lasch.
Entschuldigung.



Im Hintergrund übrigens, da ist ein See zu sehen. Das haben sich die Planer von Tirana so ausgedacht, als die Partei das Dorf Tirane, ein kleines vorhandenes Nest in der unbedeutenden Mitte Albaniens, auserkoren: Ein See müsse her, der gehört zu jeder ordentlichen Hauptstadt. Der See ist nicht gerade ein Tümpel, aber Imposanz fehlt ihm völlig. Er hat noch heute den Charme eines Stausees, wo die Ufer fremdeln, das Rundherum mehr zu einem Feld, als zu einem See dieses Ausmaßes passen würden.
Das Pferd sprengte irgendwann dort vorbei. Wohlgemerkt, wir befinden uns in Tirana, 2006.
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Dort unten begegnete uns dann ein Schäfer, der war Mitte der 70 und mit einer Klarheit im Kopf, die nicht nur konstitutiv erklärt werden kann, sondern auch mit einer gefundenen Gelassenheit. Ich bin jetzt Pensionär und hüte Schafe. Zu Hause herumsitzen, das geht nicht. Früher habe ich auch nicht herumgesessen, da war ich Kraftfahrer, Delegationen bin ich gefahren! Ich habe immer mitgetan, jedes hat seine Zeit.
Wir fragten ihn nach seinem Russisch, da war er etwas irritiert, aber er konnte etwas und war froh darüber. Wir lachten. Mit Fremden lachen, wie früher. Seine Schafe waren liebe Tiere. Als ein anderer Schäfer mit seinen 10 Tieren vorbeikam, zogen sie etwas mit, blieben dann aber wieder stehen, ohne dass sie einen Befehl bekommen hatten.

9. Oktober 2006

Albanien /7 (Ali Pasha Tepelene)

Abgelegt unter: Albanien, unterwegs — gtaag @ 21:24
Die Straße am Meer war während der Zeit Enva Hoxhas gesperrt, da die Bucht (Porto Palermo, albanisch: Gjiri i Palermos), ein Naturhafen, dem Militär reserviert war. Noch heute zwischenankert dort ein Kriegsschiff, wohl aber mehr als Touristenattraktion. Und wirklich war das Schiff, wie es da inmitten der Natur an einem T-Pier lag, sehr unverhofft und ich machte dieses etwas unglückliche Foto. Unglücklich nicht nur deshalb, weil der Bus wackelte, sondern weil ich dachte, das nicht fotografieren zu dürfen. Es gibt diese Impulse, die gar nicht eine Grundlage in der Realität haben müssen, dass man sich eigenartig verhält, so ging es mir bei diesem Kriegsschiff, so etwas fotografiert man nicht, wenn man es fotografiert und man wird dabei erwischt, kann das nur Ärger bedeuten. Ich glaube: lächerlich. Aber Who Cares?, ich bin eben aufgewachsen mit ungenauen Landkarten und dem Wissen, dass man nicht einmal Brücken ungestraft fotografieren darf, wegen strategischer Bedeutung und so, hat sich da was geändert? Ja?

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Etwas weiter in diesem Naturhafen auch eine Einfahrt vom Wasser in einen Berg. Ein Bunker für Schiffe. Hier waren russische Kreuzer stationiert, als Enva Hoxha mit Russland 1961 brach, Chruschtschow hatte in einem Besuch Albaniens mehr über Lorbeer- und Olivenbäume geredet, als über eine erwartete Partnerschaft, Albanien, eine Kolonie für Obstanbau. – Hoxha ließ die sowjetischen Kreuzer kurzerhand versenken.
Das Militär ist vielleicht auch der Grund für die gute Erhaltung der Festung von Ali Pasha Tepelene, einem Bauwerk, das der Westeuropäer eher dem 16. Jahrhundert zuordnen würde. (Auf dem Foto im Hintergrund.) Aber Ali Pasha lebte vor ziemlich genau 200 Jahren und beherrschte von dort die Region.
Das Militär hat die Berghänge rundherum abholzen lassen, was heute wegen der Kargheit der Landschaft gar nicht weiter auffällt. Ansonsten ist die Unversehrtheit der Burg sicherlich der Zeit Enva Hoxhas zu verdanken, irgendetwas muss dem Mann ja auf die Habenseite gestellt werden können.

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Der Bau der Burg hat 16 Jahre gedauert und der französische Architekt wurde danach von Ali Pasha umgebracht. In der leeren Burg gibt es alle Einrichtungen, die man so benötigt: Küche, Aufenthaltsräume, Vergnügungsraum mit Bühne für Darbietungen und ein weitläufiges Verlies, das an einer Stelle sogar ein halbmetergroßes Fenster hat. Eine Stelle im Verlies war an der Außenwand aufgebrochen, erst nach 1991 wurde dort ein Hohlraum entdeckt, der Schatz wurde geraubt. Oder jedenfalls redet man davon, dass es einen Schatz gegeben haben muß.

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Rund um die Festung gibt es Bäume, die einzigartig sein sollen. Von oben sehen sie kugelig aus, fast wie getrimmt. Nah besehen glaubt man Weidenruten vor sich zu sehen, die nur an den Enden kleine und zarte Blätter zeigen.
Die Straße weiter zurück und eine Schotterpiste 300m hinunter gibt es eine Bucht mit eigenem Namen und einem Restaurant. Ein ganz junger Cockerspaniel schnappte nach Fliegen und hatte eine nasse und kalte Schnauze. Von oben gesehen sahen die 3 verbliebenen Bunker aus wie Zelte, sie waren aber nur bunt angemalt. 2 Duschen tröpfelten und ein Pärchen rekelte sich auf der weißen Strandlinie. Wir tranken Raki, es war halb 10 Uhr am Morgen. Pedro (er hatte uns gefahren) sagte, das sei ganz in Ordnung, er habe schon einen Raki und einen Espresso um 8 Uhr gehabt, bevor wir uns getroffen hatten. Ich finde ja Trinken am Morgen bedenklich, vor allem, weil es dem Tag für gewöhnlich so eine bestimmte Richtung gibt.
Der Raki war weich und einem Obstler ähnlich. Für den Tag der folgte kann ich eine bestimmte Richtung nicht bestätigen. Ich habe dann später noch ein paar mehr Rakis versucht, aber so einen weichen wie den am Morgen habe ich nicht wieder gefunden. Die beiden Flaschen, nach Berlin gebracht, sie schmecken fuselig, dort wo wir sie kauften, der Raki war weich, bis ganz zum Schluss, wenn man ihn geschluckt hatte. Gleiches ist mir schon einmal mit Wein aus Georgien passiert. Über die Kilometer hatte er seine Süffigkeit verloren. Eigentlich weiß ich das, aber es wird eben immer wieder passieren, dass ich das, was in der Ferne sich für zuHause so vorstellbar denken lässt, dann dort als untauglich sich erweist.

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7. Oktober 2006

Albanien /6 (Pedro)

Abgelegt unter: Albanien, unterwegs — gtaag @ 22:37
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Er war Journalist gewesen und gleich nach 1991 hatte er diesen Beruf sein lassen. Warum, das sagte er nicht, ich wollte anbringen, dass man doch nicht so einfach es aufgeben könne, Journalist zu sein, aber vielleicht habe ich einen etwas romantischen Begriff vom Journalisten und außerdem war seine aktive Zeit unter Hoxha und Alia gewesen, was gibt es da noch für Fragen, das fiel sogar mir auf. Pedro sagte nur, dass er mit seinen ehemaligen Kollegen heute nichts mehr reden und anfangen könne, es ginge nur um GeldGeldGeld, um nichts anderes ginge es.
Irgendwie kam mir dieser Satz bekannt vor, bis so 5 Jahre nach der Wende in Ostdeutschland konnte man ihn oft hören von Menschen, die ihren Beruf nach der Wende wie vor der Wende weiter ausgeübt hatten, aber nicht mehr so richtig mit Erfolg oder die Privilegien waren verloren gegangen. Dann sagten sie nicht, dass sie nicht so richtig Erfolg hätten, wie erwartet, sondern dass es sich alles nur ums Geld drehe und dass es alles ziemlich schrecklich so sei. Sie waren aber eigentlich nur nicht stark genug gewesen, ihr Leben oder ihren Beruf zu ändern und konnten sich nicht eingestehen, dass auch mit ihnen etwas passiert war, nicht nur mit den anderen. Aber das sagte man ihnen dann auch nicht, denn wem sagt man schon gerne Schwäche ins Gesicht oder hält ihm Trauer über den Verlust von Privilegien vor?
Pedro war stark genug gewesen und hatte nach der Wende 1991 in Albanien die Konsequenzen gezogen. Er ging für 7 Jahre nach Griechenland und ist Koch geworden. Heute betreibt er ein Restaurant in Tirana und eines in Himare. Er müsse noch eines in Dhermi aufmachen, um wirtschaftlich tragfähig zu sein. In Dhermi sei eine längere Saison.
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Sein Restaurant in Himare ist malerisch auf einen vorspringenden Felsen gebaut und man hat einen freien blick übers Meer und über den Strand. Selbst ein anderes neureich mit Betonsäulen ins Meer geklotztes Restaurant stört den Blick nicht. Außerdem konnte man dann sehen, dass auch dort keine Gäste waren, was auf eine eigenartige Weise beruhigend ist, auf jeden Fall muss man sich nicht um sich sorgen, was man vielleicht falsch gemacht hat, sondern kann sich einer allgemeinen Stimmung hingeben: In diesem Jahr dauerte die Saison nur 6 Wochen. Zuerst war die Fußballweltmeisterschaft, da sind alle zuhause geblieben und haben Fußball geschaut und jetzt sind in Albanien die Ferien zu Ende, die Saison sei praktisch vorbei.
Dann gab es auch noch Anfang August ein Erdbeben, nach 20 Jahren Ruhe eines der Stärke 6. Nichts sei kaputt gegangen, niemand sei zu Schaden gekommen, aber auf einmal waren alle, wirklich alle Touristen abgefahren. Na ja, es hat so 300 kleine Erschütterungen danach noch gegeben. Aber trotzdem.
Pedro trank seinen Raki. Das Essen hatte hervorragend geschmeckt. Hier wird frisch zubereitet, man kann Pedro beim Kochen zusehen, auf dem großen Tisch vor ihm häuft sich das gewaschene Gemüse, der Fisch ist fangfrisch und das Schweinefleisch oder Rindfleisch muss man nicht irgendwie verdächtigen. Dem Salat kann man nachschmecken, Paprika, Tomaten, Endivien. Die Oliven waren eingelegt in einem Kräutermix, etwas Zitrone war auch dabei. Diese Oliven verlangen dringend nach mehr.
Pedro ist ein sehr zurückhaltender Mensch. Als ich von der Straße hinab in sein Restaurant stieg, das Dach ist oben an der Straße ebenerdig, dann kommen 2 Etagen, unten der Gastraum, oben Wohnräume, vom Strand aus muss man hinaufsteigen, begegnete mir ein großer älterer Mann mit kurzgeschorenen Haaren, die weiß sein müssen. Ein kleiner, sehr gepflegter Schnauzer und eine schmale Hornbrille. Ich dachte nicht, einen Albaner vor mir zu haben, außerdem stand ja oben auf der Tafel, die uns angelockt hatte, es werde griechisch, italienisch und englisch gesprochen. Also ein Ausländer. Ich war enttäuscht, ich wusste noch nicht, dass Albaner auch ganz anders aussehen können, als ich ein Bild von Albanern vor mir habe, das beispielsweise der ausgemergelten Gestalten auf dem Flüchtlingsschiff in dem italienischen Hafen. Kleinere und sehr hagere Männer mit gefurchten Gesichtern, dunkelhaarig, immer diese Geheimratsecken, immer dieser misstrauische und ausdruckslose Blick. Nein, es gibt tatsächlich nicht nur diesen Albaner, eigenartig sogar, immer weniger begegnen mir gerade „diese“ Albaner. Vielleicht ist es auch ein Effekt wie in China, wo es in den ersten Tagen schwer fällt, sich an Gesichter zu erinnern, es sehen alle gleich aus, aber bald verschwindet dieser Eindruck und man kann sich später gar nicht mehr vorstellen, dass es diesen uniformen Eindruck einmal gegeben haben kann.
Ich ließ mir die Karte zeigen und sagte dann, vielleicht komme ich noch einmal zurück. Ich sage gerne diesen Satz, der ehrlich ist und gemein zugleich, denn meistens wird dieser Satz gesagt, wenn man eben nicht zurückkommen wird. Der Mann, Pedro, er machte nicht einmal eine bedauernde Geste, er gab sich irgendwie Haltung, es war nur eben so ein sehr langsames Zurücklegen der Karte, der ganze Mann machte eine schwerelose Bewegung mit der Karte. Das war das Bedauern.

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Dieser große Mann in diesem so einladenden Gastraum, urgemütlich mit den unegalen Wänden, den Vorsprüngen und der mit Netzen abgehängten Decke. So ging ich hinauf und sagte Bescheid. Wir setzten uns auf die tischbreite Terrasse mit freiem Blick in die Bucht, der Wind wehte recht stark und das frische Papier, das vor jedem Essen neu auf dem Tisch ausgebracht wird, musste mir Klammern festgehalten werden. Der weiße Hauswein kam in einem Glaskrug und war nach dem zweiten Glas süffig, der Mond schien hell als zunehmende Sichel, das altdeutsche z in Schreibschrift ist nach wie vor meine Eselsbrücke. Später, wir waren die einzigen Gäste geblieben, Pedro hatte sich zu uns gesetzt, der Mond war blasser und blasser geworden, bis er groß gelb, in der Ferne unförmig fast, ins Meer sich versenken wollte. Fast wäre es passiert, dass man ihm hätte dabei zuschauen können, aber dann kam sehr spät und gerade noch rechtzeitig für ihn eine Wolke, die ihn allein unbeobachtet im Meer verschwinden ließ.

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Pedro hatte sich nicht vorgestellt, wir nahmen seinen Namen von dem seines Restaurants. So weit ging es auch nicht, ihn mit Namen anzureden. Er sprach sehr leise ein verständliches Englisch, er sprach hauptsächlich zu T., es war zu merken, dass er sie beobachtete und sich betont zurückhaltend gab. Ich verstand ihn und erinnerte mich an die Zeit, als ich ohne Freundin war. Es hat da mitunter Situationen gegeben, in denen man gerne gelassener gewesen wäre und kaschierte das dann mit einer betonten Zurückhaltung. Vor allem, das ganz klar, wenn es nur um einen Abend und ein Gespräch ging, nicht gleich um mehr. Verstehen Sie?
Der Mond, Pedro hatte ein Fernglas geholt und ich war beschäftigt, den Fotoapparat einzustellen, da, und nur da, wäre der Digitalzoom richtig gewesen, als ich mit dem Menü fertiggekämpft hatte, war es dunkel geworden und kein Horizont mehr zu sehen. Pedro und T. hatten den Mond noch nahe gesehen, ich habe die Erinnerung meiner beiden Augen, ohne Verstärkung.

Bei unserem ersten Besuch machte das Restaurant und auch Pedro einen verlassenen Eindruck. Es wirkte so, als stemme er alles alleine, den ganzen Laden, alles kochen, servieren, abwaschen. Das schien unwahrscheinlich, wir hatten sogar gerätselt, wie das sein könne. Beim zweiten Besuch war auf einmal Personal da und es gab auch Gäste, Pedro setze sich zwar auch zu uns, aber ebenso teilte er seine Aufmerksamkeit mit 2 finsteren Gestalten am Nebentisch, mit denen er lachte und die auch lachten. An diesem Abend war ich vom Hauswein schnell auf den Raki umgestiegen. Wenn hier in der Gegend alle Raki trinken und das auch schon am frühen Morgen mit einem Espresso zusammen, dann könne das Getränk ja auch nicht von so hoher Schädlichkeit sein. Der Mond war immer noch altdeutsch zett, 2 Angler glücklos unten am Strand.
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4. Oktober 2006

Rolltreppentipp

Abgelegt unter: Bln. — gtaag @ 22:41
05BLNJubelklein.jpg Die Jungs dort 2005 vor dem Kaufhof am Alexanderplatz habe ich nicht wieder gesehen. Vielleicht gibt es für sie jetzt nichts mehr zu jubeln? Oder sie jubeln woanders? Jedenfalls konnte ich, als ich nach ihnen Ausschau hielt, entdecken, dass die neuen Rolltreppen im Kaufhof sich wunderbar zum Schuhe reinigen nutzen lassen: In Schuhhöhe läuft die gesamte Länge der Treppe ein Bürstenband entlang, man braucht nur zur einen Seite den Schuh etwas drehen und wenden, oben ist er zur Hälfte sauber. Eine Treppe weiter hinauf ist die andere Seite blitzblank und so weiter mit dem anderen Schuh.
Ein wunderbarer Mehrwert auf diesen lahmen Rolltreppen, die erstaunlich lange anfangs horizontal laufen, ehe es mit ihnen in die Höhe geht. Ist das eine neue Vorschrift so? Denn eigentlich kann ich einen Sinn nicht erkennen, denn es fällt schwerer, laufend die Rolltreppen hinaufzugehen, denn an der Stelle, wo sich die Rolltreppe beginnt hinaufzuschwingen, quasi von einem Förderband erst zu einer Rolltreppe wird, entsteht eine Stolperstelle. Man muss sehr aufpassen, die erste sich bildende Stufe zu erwischen. Sonst fällt man hin.
Die Kunden haben schnell begriffen: Hier hastet man nicht. Hier stellt man sich von Anfang an und gleich vorne auf, ohne sich noch zu bewegen, gesittet. So gleitet man hinauf oder hinab, kann schauen und so ein bisschen ein Gefühl der Schwerelosigkeit bekommen, gar nicht so sehr, um zu überlegen, was man noch alles erledigen und was für unerfüllte Wünsche man hat, mehr gibt man sich hier dem Gefühl von grenzenloser Zeit hin. Und ist man zu zweit, was man gerne im Kaufhof am Alexanderplatz zu sein scheint, passt man auch genau nebeneinander auf eine Treppenstufe, jeder hat ein Laufband zur Sicherheit in der Hand, wie ein Geländer, man kann so beim Hinauf- und Hinunterfahren so wunderbar verträumt schauen. Und lässt versperrt so den Weg, ohne sich dem bewusst zu sein. Was da will jemand schneller sein als die Rolltreppe es vorgibt, wie das denn, ist das nicht hier sogar verboten?
Und so, ich gebe es als Anregung für eilige Menschen, macht euch eine Tugend daraus. Schuhe reinigen! Auf der halben Strecke schnell etwas Creme darauf, nicht etwa so ein Doppelpack überholen wollen, wenn es Anstalten macht, die nächste Etage auch noch zu nehmen. Schuhcreme drauf, hinten auch nicht vergessen!, und freuen sie sich, sie treten hinaus, mit blitzblanken Schuhen. Und wann hat man die schon, in diesem staubigen Berlin?