Tag 2
Die Alleen der Stadt und ihre kreisverkehrähnlichen Einmündungen sind so verwechselbar, dass man, einmal falsch gelaufen, unweigerlich die Orientierung verliert. Die Marokkaner lieben es, ihre Anwesen hinter hohen Mauern zu verstecken. Die Mauern sind bewachsen mit Hybiskus und weit hinunterrankenden Mittagsblumen und auf den Bürgersteigen stehen mal mehr, mal weniger große Fächerpalmen. Ärmere und reichere Viertel gehen so ineinander über, dass man nur am zunehmenden Müll vor den Mauern den Grad des Reichtums dahinter erkennen kann und natürlich an der Schwere und an der Güte der Eingangstüren und an der Pflege der Rhododendrenhecken. Auch ist auffällig ein ganz bestimmter Typ Mann, der auf durchgesessenene Schulstühlen sitzt oder an den Eingangstüren lehnt, diese Männer sind mittelgroß und hager, haben dunkele kurze Haare und einen schwarzen ebenfalls kurzen Oberlippenbart. Sie tragen nicht zu enge dunkelblaue Hosen und Jacken, wie sie unter Mao ähnlich gewesen sein müssen. Die Männer sind sehr gelangweilt, manchmal fegen sie auch und ihre Bewegungen sind dann sehr langsam und systematisch. Diese Männer sind Wachpersonal und man befindet sich vor schützenswertem Eigentum.
Bemerkenswert aber ist, dass auch die Slums so eingemauert sind. In Hafennähe und in Abstand zur Straße, wie ein Sicherheitsstreifen, hinter der wohl 3 Meter hohen Mauer sieht man, im Lkw sitzend, Wellblech in verbeulter Form als Dächer und eine Armada von verrosteten Satellitenschüsseln, die, da sie streng in eine Richtung schräg in den Himmel zeigen, dem Ganzen eine eigenartige Ordnung in der Unordnung geben. Das Gebiet hinter der Mauer scheint zu bersten vor Inhalt und an einem checkpointähnlichem Eingang quillt es Menschen, die viel zu tragen haben. Armut erkennt man nicht nur an der Kleidung, sondern auch daran, wie viel jemand zu bewegen hat.
Bemerkenswert aber ist, dass auch die Slums so eingemauert sind. In Hafennähe und in Abstand zur Straße, wie ein Sicherheitsstreifen, hinter der wohl 3 Meter hohen Mauer sieht man, im Lkw sitzend, Wellblech in verbeulter Form als Dächer und eine Armada von verrosteten Satellitenschüsseln, die, da sie streng in eine Richtung schräg in den Himmel zeigen, dem Ganzen eine eigenartige Ordnung in der Unordnung geben. Das Gebiet hinter der Mauer scheint zu bersten vor Inhalt und an einem checkpointähnlichem Eingang quillt es Menschen, die viel zu tragen haben. Armut erkennt man nicht nur an der Kleidung, sondern auch daran, wie viel jemand zu bewegen hat.