Tag 13
Die Teilung Österreichs wurde endgültig 1955 durch den Staatsvertrag abgewendet. Ob es jemals eine Teilung wie die in Deutschland gegeben hätte, das steht dahin, auf jeden Fall kam es nicht dazu, weil bei den entscheidenden Verhandlungen, die zur Unterschrift führten, die Sowjets von den Österreichern unter den Tisch getrunken wurden.
Eine gewisse Trinkkultur scheint sich bis heute zu halten, die auf eigenartige Weise mich an die in der ddr erinnert: Dort wurde gerne und exzessiv getrunken, man traf sich auch nach Feierabend und saß in Runden, wo ausgewertet wurde, man redete über Zusammenhänge und über Leute, die nicht anwesend waren und dabei gab es Bier und Weinbrand mit wenig Essen und schneller Wirkung.
Diese Kultur ist in Deutschland nach 1989 mehr und mehr verloren gegangen, vor allem redet man nicht mehr gerne in größeren Zirkeln über Zusammenhänge, sondern kocht lieber so sein eigenes Süppchen und hält gerne hinterm Berg. Betrunkenheit wird zwar allgemein sanktioniert. Aber es bleibt beim Bier und beim Wein und Schnaps wird nicht gerne pur getrunken, das gilt als unfein, da ist Alkoholkonsum auf einmal deutlich und das mag man ja nun auch wieder nicht.
Im österreichisch dominierten Team finde ich auf einmal so eine gewisse Kultur wieder, die nicht gerade vermisst, aber verloren war: Man trifft sich auch nach langen Drehtagen und der Vodka wird auch ungemischt getrunken. Dazu gibt es wenig essen, wenig Wasser, aber viel Bier. Dann fallen auch deutliche Worte und man schaut sich dabei offen ins Gesicht. Vereinfacht wird die Angelegenheit, da über die Stadt verteilt das Team in Appartements wohnt und die Taxis billig und immer verfügbar sind. Es ist auch nicht kalt und es ist nicht regnerisch, man muss sich nicht fürchten. Wenn dann morgens um 4 der erste Muezzin die Stimme erhebt, in Casablanca wird er vom Band eingespielt, wundert man sich, in einem muslimischen Land zu sein. Die Trunkenheit ist süß und schwer, das Bett steht bereit und freitags, sonnabends, da ist frei.
Eine gewisse Trinkkultur scheint sich bis heute zu halten, die auf eigenartige Weise mich an die in der ddr erinnert: Dort wurde gerne und exzessiv getrunken, man traf sich auch nach Feierabend und saß in Runden, wo ausgewertet wurde, man redete über Zusammenhänge und über Leute, die nicht anwesend waren und dabei gab es Bier und Weinbrand mit wenig Essen und schneller Wirkung.
Diese Kultur ist in Deutschland nach 1989 mehr und mehr verloren gegangen, vor allem redet man nicht mehr gerne in größeren Zirkeln über Zusammenhänge, sondern kocht lieber so sein eigenes Süppchen und hält gerne hinterm Berg. Betrunkenheit wird zwar allgemein sanktioniert. Aber es bleibt beim Bier und beim Wein und Schnaps wird nicht gerne pur getrunken, das gilt als unfein, da ist Alkoholkonsum auf einmal deutlich und das mag man ja nun auch wieder nicht.
Im österreichisch dominierten Team finde ich auf einmal so eine gewisse Kultur wieder, die nicht gerade vermisst, aber verloren war: Man trifft sich auch nach langen Drehtagen und der Vodka wird auch ungemischt getrunken. Dazu gibt es wenig essen, wenig Wasser, aber viel Bier. Dann fallen auch deutliche Worte und man schaut sich dabei offen ins Gesicht. Vereinfacht wird die Angelegenheit, da über die Stadt verteilt das Team in Appartements wohnt und die Taxis billig und immer verfügbar sind. Es ist auch nicht kalt und es ist nicht regnerisch, man muss sich nicht fürchten. Wenn dann morgens um 4 der erste Muezzin die Stimme erhebt, in Casablanca wird er vom Band eingespielt, wundert man sich, in einem muslimischen Land zu sein. Die Trunkenheit ist süß und schwer, das Bett steht bereit und freitags, sonnabends, da ist frei.