Tag 21, oder so. NusNus
In einem räudigen Straßencafé bestellte ich NusNus und der kam in einem kleinen Glas und war köstlich: Oben Milchschaum, dann eine Schicht bitterster Espresso, dann Milch, die sich nur sehr langsam mit dem Kaffee vermengt, eigentlich nur so viel, dass man, hat man diese Schicht erreicht, einige milde Nachschlücke bekommt, wunderbar. Mir wurde die Sonntagszeitung gereicht, denn heute ist Sonnabend, ich blätterte darin, sie war genauso räudig wie das Café selbst, aber mit heutigem Datum, da hatten schon einige drin geblättert. Ich schaute der dreispurigen Straße zu und war auch nur kurz zum Sitzen gekommen, für diesen NusNus, den ich so gut wirklich nicht erwartet hatte, ich winkte einem Taxi und ließ mich zum Meer fahren. Der Strand war dunstig von der Brandung und das Meer hatte die Fußballfelder sich genommen, ich wanderte 4 Kilometer westlich an einen Strand, wo nur manchmal Reitergruppen vorbeipreschten und nur einzelne Pärchen saßen, die Männer mit freiem Oberköper und die Frauen in weiten Gewändern, aber meistens ohne Kopftuch, das ist doch schon was. Da der Wind den Sand wehen ließ, lag ich eine Weile hinter einer Düne. 2 Hunde besuchten mich, aber als ich mich aufrichtete, klemmten sie die Schwänze zwischen die Beine und verschwanden. Der eine bellte kurz, ein Hund von der Letzewortfraktion. Auf dem Rückweg kam ich wieder an den 8 Männern vorbei, die im Schutz einer Mauer saßen und wie Fischer aussahen. Ich grüßte sie wieder, aber so einfach kam ich nun nicht vorbei, ich musste ein verkohltes Hühnerbein essen und sie sagten deutsche Fußballspieler auf. Natürlich bot man mir auch aus der Rotweinpulle an, aber ich sagte, dass ich keinen Alkohol trinke. Das fanden sie nicht gut und das fanden sie auch nicht schlecht. Wir lachten noch ein bisschen und dann ging ich mit dem abgenagten Hühnerbein weiter. In einer Bucht wurde ein Klepper gewaschen, die Knochen hinten standen ganz mager und das Tier mochte diese Prozedur gar nicht. Ich stand eine Weile und schaute im Gegenlicht zu, das Tier tat mir leid, die Menschen taten mir leid, ich tat mir selbst ein bisschen leid und so war der Sonnabend dann zu Ende, der hier ein Sonntag ist.