Diese Verletzlichkeit
Die Problematik wurde schon in einem weichgespülten Eurovisionskrimi verwurstet: Wenn man ein Gerät an der Hand hat, das die Elektronik von Fahrzeugen lahm legt, ist man in der heutigen Zeit vor Verfolgern sicher. Die können einfach nicht losfahren, während man selber im ollen VW-Bus von 1988 davon düst und allen eine Nase dreht.
Im Krimi gab es dann noch Szenen, in dem die besonders schöne Kriminelle nach jedem Gespräch das besonders neue Handy im Hafenbecken versenkte. Ich muss schon sagen, gutes Drehbuch, obercool.
Als ich in T. meinen Autoschlüssel mit in die Wäsche gab und bei 60Grad ordentlich reinigen ließ, machte ich mir keine Gedanken darüber, als dann die Fernbedienung nicht mehr ging, nun ja, da hat es also die Elektronik entschärft, vielleicht ein bisschen in die Sonne legen, ein bisschen trocknen, wird schon wieder gehen. Und als wir dann eingeladen hatten und losfahren wollten – das ging, weil ich den Wagen hier nie abschließe – sagte das Saabinformationsdisplay, in Fachkreisen liebevoll SID genannt: Schlüssel nicht erkannt. Und nichts rührte sich. Es rührte sich wirklich nichts.
Ich muss gestehen für den Bruchteil einer Sekunde außer mir gewesen zu sein. Auf mich stürmte alles das ein, von dem ich aus überlebenstechnischen Gründen sonst keine Notiz nehme: Von dieser Verletzlichkeit der Welt, der Dinge, mit der man sich umgibt, der Fragilität dieser Selbstverständlichkeiten. Und ich dachte sogar, in einem Parallelgedanken, was wäre, wenn es keinen Computer mehr gäbe und keinen Strom und kein Internet. Keine Digitalfotografie.
Dann gewann sehr schnell Pragmatismus die Oberhand. Hier ist nichts mehr zu löten. Hier kann nichts überlistet werden.
Mit dem Auto vom Nachbarn fuhren wir nach Berlin. Der Wagen war geräumig und glitt so mit seiner Automatik dahin, hm, ja der Nachbar, der kann leben. Aber der ist genauso anfällig wie ich. Wenn ihm zwar auch seine Fernbedienung von der Werkstatt lahmgelegt worden war, an dieser Stelle ist er also auf der sicheren Seite, aber eben nur auf dieser.
Im Krimi gab es dann noch Szenen, in dem die besonders schöne Kriminelle nach jedem Gespräch das besonders neue Handy im Hafenbecken versenkte. Ich muss schon sagen, gutes Drehbuch, obercool.
Als ich in T. meinen Autoschlüssel mit in die Wäsche gab und bei 60Grad ordentlich reinigen ließ, machte ich mir keine Gedanken darüber, als dann die Fernbedienung nicht mehr ging, nun ja, da hat es also die Elektronik entschärft, vielleicht ein bisschen in die Sonne legen, ein bisschen trocknen, wird schon wieder gehen. Und als wir dann eingeladen hatten und losfahren wollten – das ging, weil ich den Wagen hier nie abschließe – sagte das Saabinformationsdisplay, in Fachkreisen liebevoll SID genannt: Schlüssel nicht erkannt. Und nichts rührte sich. Es rührte sich wirklich nichts.
Ich muss gestehen für den Bruchteil einer Sekunde außer mir gewesen zu sein. Auf mich stürmte alles das ein, von dem ich aus überlebenstechnischen Gründen sonst keine Notiz nehme: Von dieser Verletzlichkeit der Welt, der Dinge, mit der man sich umgibt, der Fragilität dieser Selbstverständlichkeiten. Und ich dachte sogar, in einem Parallelgedanken, was wäre, wenn es keinen Computer mehr gäbe und keinen Strom und kein Internet. Keine Digitalfotografie.
Dann gewann sehr schnell Pragmatismus die Oberhand. Hier ist nichts mehr zu löten. Hier kann nichts überlistet werden.
Mit dem Auto vom Nachbarn fuhren wir nach Berlin. Der Wagen war geräumig und glitt so mit seiner Automatik dahin, hm, ja der Nachbar, der kann leben. Aber der ist genauso anfällig wie ich. Wenn ihm zwar auch seine Fernbedienung von der Werkstatt lahmgelegt worden war, an dieser Stelle ist er also auf der sicheren Seite, aber eben nur auf dieser.