|GTaag|

10. Oktober 2007

Heiligendamm

Abgelegt unter: Allgemein — gtaag @ 22:07
In Heiligendamm, wo sich früher die Werktätigen mit Haut- und Asthmakrankheiten breit gemacht haben, macht sich heute das Kempinski breit. Das Kempinski macht sich nicht zu sehr breit, nur die Haupthäuser. Und dort geht es marmorn und auch ein bisschen hochnäsig zur Sache. Noch 5 oder 6 Häuser, die durchaus die Silhouette der “Weißen Stadt am Meer” prägen, sind verrammelt und die weiße Farbe ist grau und es blättert. Der Silhouette tut das bislang keinen Abbruch, die Häuser stehen ja noch. Aber nah herangetreten frage ich mich doch. Wer braucht diese Häuser, womit will man sie mit Inhalt füllen.

Einen jungen Typen, der in Kühlungsborn aufgewachsen ist und es deshalb wissen müßte hörte ich sagen: Früher kamen hier nur die Privilegierten her. Da kam man als Normaler nicht hinein.
Natürlich, mit seinen roten und wohlgenährten Wangen redete er Unsinn. Heiligendamm war ein Massenbetrieb. Nichts da mit Zäunen und Sicherheitspersonal. Verwechselte er die Zeitformen?
Ihm wurde nicht widersprochen, ich widersprach auch nicht. Nach nicht einmal 20 Jahren reden die Leute einfach nur Unsinn und man widerspricht ihnen nicht mehr. Sonst könnte man in die Verlegenheit kommen, zu weit ausholen zu müssen.

Schweigen ist manchmal sehr süß.

Leave a Reply