|GTaag|

10. Dezember 2007

Mein Co2-Fußprint

Abgelegt unter: Allgemein — gtaag @ 21:50
Am Sonnabend, den 8.12.2007 waren die privaten Haushalte aufgerufen, für 5 Minuten die Beleuchtung auszuschalten. Der Kölner Dom wurde nicht beleuchtet und auch nicht das Brandenburger Tor. Ziel und Zweck war es, die Umwelt ins Bewusstsein zu rücken und Einsparpotential aufzuzeigen. Experten warnten sofort, es könne zu einem Einbruch kommen, wenn dann alle auf einmal 5 Minuten nach 8 ihre Beleuchtung wieder anschalten würden. Dazu kam es nicht, im Gegenteil, die Aktion sei ein voller Erfolg gewesen, über 1000 kW seien eingespart worden.

In T. war lange Zeit das Licht vorne draußen am Haus kaputt. Zuerst hatte ich eine Energiesparlampe mit Dämmerungsschalter eingeschraubt, die aber bald den Geist aufgegeben hatte, weil die Lampe nur einen porösen Dichtungsring hat und manchmal das Wetter direkt auf die Hauswand geht. Dieser Dämmerungsschalter war meine Antwort auf die Zeit, als hier in der Uckermark gegen 23 Uhr die Straßenbeleuchtung abgeschaltet wurde. Es hatte etwas romantisches, aber die wenig umweltbewußte Bevölkerung dieses Landstriches protestierte und bemäntelte diesen Protest mit einem Sicherheitsbedürfnis: Wie soll man denn bei stockfinsterer Dunkelheit von der Bushaltestelle nach Hause kommen? . Verlogen, denn seit wann fahren abends noch Busse in der Uckermark und seit wann ist man überhaupt noch nach Anbruch der Nacht in der Uckermark unterwegs. Nein niemand, außer vielleicht eben kriminelle Elemente. Aber dann ließ man eben doch die Straßenbeleuchtung über die ganze Nacht brennen, so arm könne man doch hier in Deutschland nicht sein, sagten die Abgeordneten des Landes Brandenburg. Und so ersetzte ich die Dämmerungsschalterenergiesparlampe gegen eine normale Energiesparlampe, die ich nur anschalte, wenn ich da bin.
Ich habe gerne am Haus Licht. Ich würde mir sogar so ein Lichterband um Giebel und Dachrinne legen und mein rundes Fenster bekäme extra ein Band, in einer anderen Farbe. Vielleicht blau. War ich in den 90igern zu lange in Disneyworld?
Die zweite Energiesparlampe ging wieder kaputt und ich hatte nun die Nase voll: Nun habe ich so viel Geld ausgegeben, um Energie zu sparen, jetzt reicht es da mit der Beleuchtung. Dann gibt es eben kein Licht, basta.

Aber pünktlich gestern zum 5-Minuten-Energiespargedenktag spendierte ich eine Birne, äh Energiesparlampe. Ich habe ja nun ein Dutzend bekommen von der neuen Kampagne des Herrn Faltin, der schon hinter der Teekampagne steht und hinter noch einigen anderen Kampagnen, wie z.B. der Ölkampagne. Nun steht er hinter der Co2-Kampagne und ich unterstütze ihn natürlich, obwohl ich genau genommen natürlich nicht ihn unterstütze, sondern die Umwelt und meinen Co2-Fußabdruck klein halte, das habe ich gerne, genauso freue ich mich ja auch, wenn mein Dieselsaab nur 5,4 Liter auf 100 Kilometer braucht, wie es der Fall ist, wenn ich von Berlin nach T. fahre, mit dem Tempomaten auf 120.
Nun leuchtet wieder die Lampe am Haus zur Staße. Das war notwenig, weil sich die Straßenlaterne gegenüber regelmäßig um 23 abschaltet. Das ist neu und mir gefällt es, das Dorf ist nicht ganz dunkel, aber bei mir schon. Nur mein Häuschen hat Licht, hinten und vorne, innen oben wie unten. Ich fühle mich so wohl, wenn ich das sehe, wenn ich in den Garten pinkeln gehe oder neue Scheite für den Ofen hineinhole.
Nein, ich gebe auch niemandem Bescheid, dass das Straßenlicht nicht mehr zuverlässig ist. Ich halte meinen Co2-Fußprint klein. Und wenn ich mal in Polen billig einkaufen gehe… vielleicht begegnet mir da solches Lichterband. Entschuldigung, liebe Co2-Kampagne. Schwächen sind menschlich, oder? Verziehen? Bitte. Ich habe auch mein Chili con Carne ganz ohne Strom gekocht. Aufm Ofen, der sowieso glühte. Also.

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