|GTaag|

29. Dezember 2007

Großraumflugzeuge

Abgelegt unter: Allgemein, Argentinien — gtaag @ 18:01
Es wird Zeit, dass man in diese großen Vögel auch größere Fenster einbaut. Von außen mutet die lange Reihe Fensterchen an wie eine Schnur mit aufgereihten Perlen und unproportioniert, lächerlich, vor allem wenn man schon eine halbe Stunde gewartet hat, überhaupt in den Bauch hineinzugelangen, davon eine Zeit vor der Bordkartenkontrolle und noch eine Zeit im Rüsselgang zum Flugzeug hin und eine dritte Zeit, ehe jeder Einzelne so seinen Sitzplatz gefunden hat und das Handgepäck verstaut ist. Letzteres dauert besonders lange, weil es nur ein oben drüber im Gepäckfach gibt, aber der eigene einem doch wohl zustehende Platz immer schon von einem anderen belegt ist.

Ich sitze dann an einem Bullauge und es ist gerade so ausreichend, hinauszuschauen. Wenn man nah genug herangeht, öffnet sich der Winkel, aber nur dann, sonst ist es nur eine Möglichkeit. Eine Möglichkeit zum Schauen, die man wahrnehmen kann, nicht muss, die einem nicht aufgezwungen wird. Nein, von innen möchte man keine größeren Fenster haben, vielleicht würde man den Halt verlieren und hinausfallen. So etwas.

Mein Fenster gibt beim Flug ein Geräusch von sich, es vibriert und es ist so, als kämen 2 Platten sehr fein und dicht aneinander zum Klirren, ja es klirrt, aber es ist nicht Glas, es ist Plastik, so ist es eher ein gleich bleibendes hohes Knarren.
Wenn ich Gegendrücke ist die erste Schicht Fenster tatsächlich nicht Glas, sondern Plastik und das Geräusch lässt sich beeinflussen. Ich setze die gelieferten Kopfhörer auf, sie klirren auch, nein, es ist keine Täuschung, sie klirren, auf einem Kanal werden Arien geboten und die rein gehaltenen Töne klirren. Warum hat der Sänger sich so angestrengt, es klirrt!

Ich trinke sehr viel Bier und denke darüber nach, dass fliegen über so weite Strecken sehr unmenschlich ist, dass ich die Nähe so vieler Menschen nicht mag. Sie wanken zerknittert zur Toilette. Ich beobachte vor allem die Frauen, irgendwie kommt es mir bekannt vor, nach gewissen Nächten, wo die Partnerin sich nicht vor dem Morgengrauen still verabschiedet hat, man plötzlich einem fremden Menschen nahe ist. Ja stimmt, man ist sich schon einmal begegnet, aber gibt es  einen Grund, warum der andere sich auf einmal fahl und ungekämmt und mit Gähnen und mit Kratzen unter den Achselhöhlen zeigt? Wer dieses Erlebnis noch nicht hatte, der buche einen Transatlantikflug. Es wird ihm dann dutzendfach geboten.

Irgendwann ist dann Argentinien. Guten Tag.

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