Argentinischer Jahreswechsel
Auch die Argentinier stellen die Uhr von Winter- auf Sommerzeit, also eine Stunde vor. Am letzten Wochenende vor Neujahr. Als Europäer ist das eine unverhoffte Angelegenheit, die besonders prekär wird, wenn man genau zu diesem Zeitpunkt einen Flug gebucht hat und man von einer Zeitumstellung nichts mitbekommen hat. Denn der Argentinier hält besonders zu seinen fremden Gästen einen gewissen Abstand, Reserviertheit möchte ich es nicht nennen, nein, Abstand und Unbesorgtheit.
So kann man es in sehr kurzer Zeit schaffen, vom Hotel zum Flughafen zu gelangen, wenn man sofort ein Taxi bekommt, am Businessschalter sich einchecken lässt, vor den Röntgengeräten die Warteschlange von der Seite umgeht und als Letzter die Bordkarte abreißen lässt. Das alles in nicht einmal einer Dreiviertelstunde.
Was für eine Zeit man sonst doch nur durch seine kleine Angst und Vorsicht auf Flughäfen in Warteschlangen verbringt. Das wird einem gelehrt, wenn einfach eine Stunde weggenommen wird, mein Dank gilt Argentinien für diese Erkenntnis und dieses Erlebnis.
Eigenartig ist dann, wie in Bariloche geschehen, wenn zu Sylvester die Raketen gezündet werden, aber die Rathausuhr noch 11 Uhr zeigt. Wenn alles zwar nach der umgestellten Zeit funktioniert, aber höchstens die Armbanduhren umgestellt sind, aber nicht die an den Gebäuden, in den Autos, in den Restaurants. Wenn man noch halb elf Licht hat und auch schon um 6 in der Frühe. Und wenn man nur wenige Kilometer in Chile diese Mätzchen nicht macht, sondern schön um 12 den Jahreswechsel feiert, nicht eine Stunde früher, wie in Argentinien. Das heißt, halt, in Chile wird im Oktober umgestellt. So gehen dann wenigstens zu Sylvester alle Uhren richtig und kein Tourist wird gefoppt.