|GTaag|

14. Februar 2008

4 Frauen im Bungalow

Abgelegt unter: Uckermark — gtaag @ 23:26
Am Dienstag treffen sie sich sich immer zum Schnäpperken. Wenn der Gemüsewagen durch ist, im Bungalow. Dann sitzen sie am Tisch und unterhalten sich darüber, was ist und was nicht ist. 3 Frauen, die ich in T. noch nie gesehen habe und eine, meine Nachbarin, die schon immer mit ihrem Bruder zusammenlebt und eine Pfannkuchengestalt hat.
Der Bungalow steht auf dem Dorfanger, neben dem Fußballplatz und vor der Kirche. Im Bungalow sitzen die Säufer zum Frühschoppen, am Sonntag. Dann ist der kleine Raum zugepafft von billigen polnischen Zigaretten und es ist eine gewisse Schwere im Raum, man weiß nicht, ob man willkommen ist, so als Zugereister. Bei den Frauen wurde nicht geraucht und sie schauten auch neugierig. Deutlich über 60 sitzen sie da, mit Kittelschürzen, nein, sie wüssten nichts von einer Liste, die hier ausliegen solle, in die man sich eintragen könne, um die Telekom zu bewegen, auch nach T. dsl zu bringen. Ach nein, das interessiere sie doch auch gar nicht. Gar nicht? Sie würden nicht gerne auch ins Internet gehen? Ach nein, wir sind doch viel zu alt. Was sollen wir denn.
Deine Scheune ist ja nun eingekracht. Ja, meine Scheune ist eingekracht. 9 Jahre hat sie als Ruine gehalten, 5 Jahre war sie überfällig, der Nussbaum hat sie wohl noch gestützt.
Wer ist er denn eigentlich, wurde meine Nachbarin gefragt, der von Rathke oder der von Leske? Der von Leske.
Sie boten mir keinen von ihrem roten Schnäpperken an, vielleicht waren sie zu verdutzt, mich in ihrem Bungalow zu sehen. Sie waren dann wohl auch ganz froh, als ich wieder ging.
Kein dsl in T. Ein Glück, es muss ja nicht alles überall gleich sein.
(Gibt es nicht so etwas wie einen Grundversorgungsanspruch? „…“)

13. Februar 2008

OBAMA FOR PRÄSIDENT

Abgelegt unter: Allgemein — gtaag @ 18:14


Es wäre ja ganz schön, wieder nach Amerika reisen zu können. Sicherlich, es ist nicht verwehrt, aber in ein Land zu reisen, in dem nicht als erstes die Unschuldsvermutung steht, das kann man sich schenken, der Gefahr muss man sich nicht aussetzen.

Selbst im Verdachtsfall grundsätzlich der Unschuldsvermutung die Feder zu lassen.

Natürlich, es gehört zum Grundsatz bei einer Verkehrskontrolle die Hände am Steuer zu behalten und nur sehr ruhige Bewegungen zu machen und nur nach Aufforderung, es könnte ja falsch verstanden werden.

Es gehört auch dazu, bei der Einreise auf dem kleinen Zettelchen alles mit NEIN anzukreuzen, wo man doch eigentlich eher geneigt ist, allem zuzustimmen, also ja. Führen sie Waffen mit: Ja. – Haben sie mehr als 20tausend Dollar dabei: Ja. – Nehmen sie Drogen: Ja. – Haben sie irgendwelche Neigungen , die die Allgemeinheit beunruhigen oder gefährden könnte: Ja, äh, pardon: nein.

Osama, Obama. Könnte doch ein schöner Witz sein.

12. Februar 2008

T. im Februar 2008

Abgelegt unter: Uckermark — gtaag @ 22:48
50km nach Berlin wird es dämmrig und die Temperatur sinkt von 7 auf 4 Grad. Dann kommt die Randow und es sinkt die Temperatur noch einmal um einen Grad und Nebel setzt ein, die Windräder bei Gramzow haben schon still gestanden und selbst der Verkehr hat nachgelassen, kein Eiliger von hinten, wenn man mit 110 links fährt. Weil die rechte Spur unbenutzbar ist. Die letzten Kilometer auf der Autobahn vor Polen sind wahre Nostalgie, wo kann man eigentlich noch die deutsche Vergangenheit so deutlich spüren wie auf den letzen 20 Kilometern Richtung Szczecin, nirgends.

Es ist Montag und der Fleischer in Schmölln hat geschlossen. Er kann es sich leisten, am Montag zugesperrt zu haben, wer in dieser Region unterwegs ist, wird immer dort anhalten und den Schinken kaufen und die Karpatensalamie, den Saftschinken allemal. Und er wird sich hinterher verfluchen, weil er keine andere Wurst mehr essen mag. Gibt es einen Webadresse, die ich hierher kopieren könnte, nein, sie gibt es nicht. Sehr schade. Oder gut so. Der Umsatz wird stimmen, man braucht diese Visitenkarte nicht.

In Trampe ist die Scheune zusammengekracht. Die Geschichte der Scheune fängt bei mir vor 9 Jahren an und damals sah ich sie schon als Ruine, das Geld musste erst einmal ins Haus fließen. 2 Jahre später wollte ich sie aufbauen lassen, aber alle Fachleute winkten ab. Sie winkten natürlich ab, weil ich nur fragte und keine Anweisungen gab. Nun liegen die Reste wie ein Mikado da, es wird etwas Arbeit geben , das zu beseitigen, vor allem die Reste vom Dachpappendach sind ärgerlich, ansonsten werde ich wohl gut einen Winter den Ofen füttern können.
Es wird etwas geschehen müssen. So sehr die Scheune Ruine war, so sehr hat sie immer auch zur Dorfstraße hin die Blicke abgeschirmt. Nachdem der Landrat mich gezwungen hat, die Hecke zu stutzen, ach es ist schade, überall wird man drangsaliert, überall kann man den Dingen nicht einfach seinen Lauf lassen. Und dann hat man den Dingen seinen Lauf gelassen und dann ist es auch nicht gut.

In T. angekommen, eine Windstille und ein Nebel, das Häuschen auf Frostschutz, es sagte, na komm schon rein, alter Junge, du Hund. Du Hundesohn. Ich zündete nach neuer Methode, die mir mein alter Vater gesagt hatte, den Ofen an: Scheite unten und ganz oben drauf erst die Kienäppel, ein paar Zweiglein und den Kohlenanzünder, das fängt zwar erst nur zögerlich an zu brennen, aber dann auf einmal gibt es so etwas wie eine lautlose Explosion, der Schornstein hat Zug und der Ofen fängt an zu schmeissen. Eine starke Methode.

In T. gibt es kein Fernsehen mehr, über Antenne wird nicht mehr gesendet und das digitale Fernsehen erreicht das kleine Dörflein nicht. In T. gibt es auch kein Internet mehr, der neue Mac hat kein Modem mehr drin und ein externes will ich nicht kaufen, über einen Analoganschluß ins Netz zu gehen ist kein Vergnügen und so lasse ich es. Das ePlusnetz verabschiedet sich unten und holt den Polen herein, eine Begrüßungs-SMS sagt an, dass nun jedes ankommende Gespräch 28ct kostet und jedes abgehende 48. Oben auf dem Dachboden gibt es eine Stelle, da ist leidlicher Empfang und base sagt, ich stehe zur Verfügung.

So ist das in T. Inzwischen schmeißt der Ofen. Nurs Rauschen vom Zug ist zu hören und das Metall, das rythmisch knackt.