|GTaag|

15. Oktober 2008

Xapkib Tag 3

Abgelegt unter: Xapkib — gtaag @ 11:18
Es mehrt sich auffällig ein bestimmter Frauentyp: Sehr schlank, regelrecht schmal, kleine Brüste. Haarfarbe kann wechseln.
Man weiß nicht so genau, was hinter den Kulissen passiert, diese Frauen kommen und gehen und erfüllen manchmal einen, manchmal zwei Tage im Getriebe der Produktion ihre Aufgaben, beim Kostüm, im Artdepartement, im Büro. Dann hat man sich an ein Gesicht gewöhnt, schon wechselt es wieder.
D.Z. hat alles in der Hand. Er und seine Assistentin, P., auch schmal und kleinbrüstig, sind das Gedeih und Verderb, sie sind der Eingang und der Ausgang.
Bei so viel äußerlichen Gemeinsamkeiten stellt sich die Frage nach der Qualifikation, aber nicht umsonst werden Eingang und Ausgang so oft benutzt.
Da hatte sich dann auch ein Focuspuller vorgestellt, sie kam Aufgrund ihrer Körpermaße durchs Nadelöhr, aber es stellte sich schnell heraus, sie hatte doch nicht die nötige Erfahrung für diesen Beruf, war aber als Typ gelehrig, enthusiastisch und passte zu den Männern der Kameraabteilung, sie war gut als Assistentin, eine Stelle, die auch besetzt werden musste. Ex und Hopp, sie war also nicht als Focuspuller gut, weg mit ihr. Selbst die Intervention des DOP und seines Assistenten half nichts. Zur Begründung für Kameraabteilung, sie sei ja nun nicht das, als was sie sich vorgestellt habe. Zur Begründung für sie: Sie sei eine Frau, so einen Beruf übe keine Frau aus.
D.Z. trifft zufälligerweise meinen Frauengeschmack. Ich gehe gerne in die Etage mit den Büros und dem Café, die neuen Mitarbeiterinnen mir angucken. Im Café ist wlan, es wird kräftig geraucht und besprochen, getroffen, gegessen. Telefoniert. Ich habe wenig zu tun. Ab und zu kommt jemand vorbei, dem ich erklären muss, dass Ton kein Problem darstellt, dass es eben nur ein paar Regeln gibt, die man beachten sollte, wenn man nicht hinterher alles im Studio nachmachen wolle. Und das wolle D.Z. nicht und ich wolle das sowieso auch nicht.
Nach der Traktorenfabrik wollte ich heute die Drehorte ansehen, aber es stellte sich heraus, dass die meisten entweder noch nicht feststehen oder nur mit Aufsicht zu besichtigen sind. Mein Assistent aus Kiew, er ist strebsam, er will schon vor Drehbeginn Töne aufnehmen. Ein Drehort ist der Zoo, mitten in der Stadt, ich setzte mich durch, das Tongerät nicht mitzuschleppen, denn was soll man denn nachmittags in einem Zoo in der Mitte einer Stadt aufnehmen, außer Straßenverkehr, Publikumsverkehr und Bauarbeiterlärm. Er war unzufrieden, aber ich bin ja nun mal sein Chef. Neinnein, ich bremse ihn nicht, aber sinnlose Aktionen… Es war dann auch wirklich so, wie ich gedacht hatte, schreiende Kinder und ein Presslufthammer emsig beschäftigt, Bären, die stumm im Kreis liefen und die einzigen Tiere, die irgendwie Lärm machten waren die Spatzen, außerhalb des Vogelkäfigs.

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