|GTaag|

23. November 2008

Sterben im Netz

Abgelegt unter: Allgemein — gtaag @ 10:17
Die Site der „42er Autoren“ ist nicht erreichbar, das Forum auch nicht. Nun will ich nicht künstlich beunruhigt sein, aber dass dieses Unerreichbarsein keinen Niederschlag in anderen Foren und in Blogs findet… Oder war der Niedergang so schleichend und so lange während, dass der Todesstoss selber, das Abschalten, schon gar nicht mehr bemerkt wird? Schweigt man lieber und nimmt es hin wie das Abschalten von „Pudelpopp“, „Siebenviertel“, „Böhmerts Hasenbrot“, „Percampus“ und „Frau Rabe“? Sie hinterließen nicht mal ihre Inhalte sondern nahmen sich vollständig einschließlich ihrer Namen vom Netz. Tote hinterlassen sonst… Hab und Gut. Internet ist in allen Bereichen radikaler: Da wird mit entblößter Seele geschrieben und da wird spurlos gestorben.

Update 13:40: Die 42er ziehen nur um. Viel Spaß beim Packen und Entrümpeln!

19. November 2008

Auf Wiedersehen

Abgelegt unter: Xapkib, unterwegs — gtaag @ 14:11
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13. November 2008

Xapkib Tag 32

Abgelegt unter: Xapkib, unterwegs — gtaag @ 18:11
Nach der Arbeit bis zum Sonnenaufgang auf dem Flughafen trafen wir uns noch, da Feierabend war, Downtown in einer Kneipe zum Frühstück. Wir waren 7 Leute und  da die Tische mit fest installierten Bänken nur Vierertische zuließen, saßen wir wie in der S-Bahn, nicht ungemütlich, aber etwas getrennt an 2 Tischen.
B. hat hier eine Liebe gefunden, B. ist ein stiller Mensch, etwas massig, dem gerne alles ankotzt und der eine leise Stimme hat. Er wirkt wie im Leben noch nicht freigeschwommen, schüchtern, oder es ist seine persönlicher Art, er ist Mitte 30.
Seine Freundin kam nicht neben ihm, sondern bei mir und meinem Assistenten zu sitzen, mit dem Rücken zu B., aber sie konnten sich berühren und miteinander tuscheln, umsetzen wollte sie sich nicht und wenn sie mit mir sprach, verstand ich sie kaum, sie sprach ein eigenartiges Englisch und sie hatte auch nicht viel zu sagen. Sie wirkte belastet, mein Assistent und ich, wir scherzten und fanden lockere Konversation, sie konnte oder wollte nicht drauf einsteigen. Ich ertappte mich bei dem Gedanken, da hat B. sich ja eine Schlaftablette gesucht. Aber irgendwie passt es ja…
Am Nebentisch waren ernste Gespräche, vielleicht waren alle einfach nur müde. Wir aßen verschiedenste Arten Plini und Omelett, der Kaffee war vernünftig und die Kellnerin eine schlanke zierliche Person, die ihren Bauch zeigte. Die Rechnung war nicht niedrig, aber durch 7 erschwinglich, da B.s Freundin die Rechnung geordert hatte, kam sie auch zu ihr, vom Nachbartisch kamen die Hunderter, viel zu viel und nur mein Assistent und ich gaben eine trinkgeldgerechte ausgerechnete Summe.
B.s Freundin rechnete zusammen und es waren 250Griwi übrig, ca. 30 Euro, und ich sah mit wachem Blick, dass sie sich die Scheine in ihre Börse schob. Ich sah es und war gelähmt von der offensichtlichen Frechheit. Ich konnte nicht reagieren. War da etwas abgesprochen, von dem ich nicht wusste? Was passierte hier?
Währenddessen wurde am Nachbartisch weitergeredet, das Bezahlen aus den Augen verloren, beim Aufstehen erst erstaunt festgestellt, dass ja gar kein Rückgeld gekommen sei, na ja, nicht schön, aber irgendwie komisch. Ich konnte nichts sagen, ich hätte selbst im Scherz verpackt B.s Freundin entlaven müssen und es wäre eine fürchterliche Situation gewesen, für B. Ich schaute ihr fest in die Augen, aber sie hatte einen glasigen Blick bekommen, ja, sie wusste genau, worum es ging, sie meldete sich nicht.
Mein Assistent hatte genauso beobachtet und war im Schockzustand, draußen fragte ich ihn und er bestätigte. Später erzählte ich einem Geprellten und erklärte die Situation. Eigentlich tut mir nur B. leid, er wird ausgenommen werden wie eine Weihnachtsgans. Es sollte mich wundern, wenn das Szenario anders laufen würde. Ich sagte ihm nichts und werde ihm nichts sagen. Verliebten kann man nichts über das Objekt ihrer Liebe sagen, ohne zu verletzen. Es wäre wie ein persönlicher Angriff und ein Warnen nichts anderes als Besserwisserei.

9. November 2008

Xapkib Tag 29

Abgelegt unter: Xapkib, unterwegs — gtaag @ 16:39
Am Sonntag, den 9.11.2008, 17:21 Uhr war es soweit: Die Heizung in der Wohung begann zu plätschern und die Rohre wurden warm. Die Stadt spendiert Heizung, nun kann der Winter kommen, nachdem er schon gekommen ist, nachts ist es unter 0 Grad. Nun wird die Wohnung bewohnbar und ich werde mir überlegen müssen, wohin ich den einzigen Tisch stelle: Weiterhin in der Küche und ins Wohnzimmer. Es plätscherte und rauschte, die Rohre schon warm. Irgendwie bin ich von den Socken. Ich hatte mich mit dem Ölradiator und der Küche engagiert. Es gab als Vorbote schon kochendheißes Wasser im Bad und ich hatte es gleich für ein Wannenbad genutzt. Man weiß ja nie, vielleicht ist ja schon morgen wieder alles vorbei.

(10.11.08) Nachtrag: 
Das warme Rohr währte 20 Minuten. Es schaffte nicht einmal den Heizkörper laufwarm. Hurra. Ich muß mir keine Gedanken über den Platz für den einzigen Tisch machen!

2. November 2008

Xapkib Tag 22

Abgelegt unter: Xapkib, unterwegs — gtaag @ 20:35
Nun habe ich 27 Jahre lang in der ddr gelebt und eigentlich müsste ich es doch wissen, aber weit gefehlt, ich weiß überhaupt gar nichts mehr. 
Ich habe die Waschmaschine angestellt und gleichzeitig den Ölradiator laufen lassen. Dass die Steckdosen im Wohnzimmer mit der im Bad ein Kreis ist, darauf bin ich nicht gekommen.
Der Sicherungskasten ist abenteuerlich und als der Elektriker kam fluchte er vor sich hin, stari, (alt), Sowjet. Die Sicherungsautomaten sind kaputt, da rührt sich nichts mehr und als auf einmal in den Freileitungen es knisterte hob selbst der Elektriker die Hände. Nun hab ich noch einen Stromkreis, in der Küche, es ist gemütlich, ja. Ölradiator und Kühlschrank vertragen sich. Der Elektriker hat aufgegeben.
Der einzige Bettbezug liegt naß in der Waschmaschine. Um mich zu trösten trinke ich einen Whiskey aus der Tasse. Es wird Zeit dieses Land zu verlassen.