|GTaag|

7. Oktober 2009

Opa H.

Abgelegt unter: m — gtaag @ 22:58

1895 wurde m.s Uropa Wilhelm H. geboren, und die Fahrt nach Torgau zu seinem Geburtstag war nicht oft, weil keine Ferien waren, aber fester Programmpunkt eines laufenden Jahres und des fortschreitenden Herbstes. Als Kind schrieb man mindestens einen Brief, etwas mehr als „wie geht es dir, mir geht es gut“, denn schließlich kamen aus Torgau regelmäßig Briefe nach Berlin, die der Opa auf seiner „Erika“ tippte. Opa hat geschrieben. Das waren dann Schilderungen aus dem Alltag mit ironischem Seitenblick. Opa H. hatte den Schwung, so wie er Tischdecken mit Blumen bestickte (die Rückseite kann durchaus mit der Vorderseite verwechselt werden, so exakt stach er), so schrieb er diese Briefe, manchmal war ein Fleckchen Rotwein darauf, als Kind wusste ich diesen Katalysator nicht zu deuten.

Je länger der Geburtstag der kleinen m. auf sich warten lässt, umso öfter denke ich an meinen Großvater. Nachdem T. das Magenmedikament dankbar genommen, aber die Wehen nicht übernommen hat, geht es weiter in den Oktober hinein. Die m. hat nicht mehr viel Platz zum Poltern und hat ihren Kopf schon in den Geburtskanal geschoben – sie liegt ideal, wird gerne gesagt. Ich habe ihr 2 Wickelauflagen gebaut, eine in Berlin und eine für hier in T.

Es ist eine schöne Zeit, etwas wie einen halben Meter über dem Boden.

Die kleine m. ist schlau. Sie gibt den Eltern Gelegenheit, sich zu besinnen. Wir sind überrascht. Zu zweit und fast schon zu dritt. Morgen werden die Winteräpfel geborgen. Kleine m., halt aus. Bis zu Opas Geburtstag sind auch noch 5 Tage Zeit.


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