16. Juli 2006
Dann haben sich alle umarmt. Auch der Regisseur kam zu mir und umarmte mich. Mir ist diese Geste eines Regisseurs am Ende des letzten Drehtages, am Ende eines/seines Filmes, nicht fremd. Das passiert. Ich kann mich nicht erinnern, dass die körperliche Nähe jemals angenehm gewesen wäre, im Grunde ist mein Empfinden, warum jetzt, warum umarmst du mich jetzt, jetzt ist alles vorbei, du hättest früher um mich werben sollen. Um meine Leistung zu kitzeln. So fällt die Umarmung bei mir meistens nicht herzlich, sondern als Beobachtung aus. Aha. So auch diesmal, aha. Sagt er: Dank auch dafür, dass du die vielen Stunden mitgemacht hast. Aha. Blieb mir was anderes übrig, hätte ich weglaufen sollen?
Draußen dann, ich hatte die Kisten gerade im Wagen verstaut, der neue Saab ist nicht sonderlich praktisch für mich, aber immerhin noch so, dass alles ohne Leiden seinen Platz findet, ich vermiete ihn statt sixt-VW nun an die Produktion, das ist nicht sonderlich lukrativ, vor allem nicht, wenn Schäden auftreten, aber von Schäden gehe ich erst einmal nicht aus, als optimistischer Mensch. Außerdem ist man nach einem Schaden umso wachsamer. Eine Schramme habe ich schon, morgens, in der Garage geholt, es ist eng da und ich war unausgeschlafen. Immer wenn ich jetzt dort zurücksetze, denke ich an die Schramme.
Nach der Dankesumarmung des Regisseur abseits vom Licht, da ich im Licht nichts zu suchen habe, zum Hören braucht man kein Licht und deshalb sitze ich immer abseits, hatte ich schnell im Auto meine Kisten verstaut, man trank Sekt und Bier, man umarmte sich weiter, ich sah das im Augenwinkel, nein ich bin wirklich kein Freund dieser Umarmungen am Ende, da kam auf einmal der Produktionsleiter zu mir und: umarmte mich.
Mit dem Produktionsleiter auf Augenhöhe habe ich nur einmal gesessen, das war vor einem viertel Jahr, bei den Verhandlungen. Seitdem ist er mir aus dem Wege gegangen, betont sogar, ich weiß nicht, was der Mann hatte, in der ersten Zeit hat er mich nicht einmal gegrüßt, während er sich mit anderen, vor allen den Frauen, immer gerne umarmt hatte, zur Begrüßung oder gerne auf die Schulter gehauen hatte, den ausgewählten Männern, mir wurde diese Begünstigung niemals zuteil. Das ist natürlich auch eine Art, sich die Leute vom Halse zu halten, ich glaube allerdings, die Art eines kleinen Lichts, denn eigentlich macht man so etwas intelligenter, finde ich. Nun wurde ich auf einmal der Gunst einer Umarmung dieses kleinen Mannes zuteil, er roch ungewaschen, nach erkaltetem Schweiß, er war auch körperlich klein, das wurde mir bei der plötzlichen Umarmung gewahr, und er sagte: Nicht dass ich meine Versprechen nicht gehalten habe, ich habe dir viele Überstunden versprochen. — Ich antwortete etwas dieser Bemerkung angemessen, was soll man eigentlich zu solchen Leuten sagen, die in der Großstadt einen koreanischen Geländewagen fahren und am liebsten mit Jogginghosen auftreten und T-Shirt über gespanntem Bizeps, hm. Ich schaue auch Leuten gerne in die Augen, mindestens ins Gesicht. Nicht nur gerne, ich mache es automatisch. Dieser Produktionsleiter, der kann das nicht.
Aus irgendwelchen Gründen erwiderte ich die Umarmung, bevor er seinen Satz sagte, er strebte weg, das war deutlich zu spüren, komischer Mensch. Dann sagte er seinen Satz, den mit dem Versprechen. Und ich sagte /dumm/ hinterher, dass wir ja das nächste Mal wieder testen können, ob er seine Versprechen halte. Das nächste Mal, pha.
So bin ich in dieser fortgeschrittenen Nacht 2 Umarmungen zweier Männer zuteil geworden. Ich trank noch einen Prosecco und verteilte Cds mit Fotos, und war sehr schnell verschwunden. Nicht umsonst ist dieser Beitrag hier unter der Rubrik usw. abgelegt. Usw.
9. Juli 2006
Dieser gewisse Tunnelblick hat sich eingestellt. Zum Feierabend läuft das Mädchen mit der glatten Gesichtshaut und den ausladenden Hüften, um die sie einen Gürtel mit allerhand Gerätschaften, WalkyTalky, Taschenmesser, MacLite, Täschlein für Zigaretten, Feuerzeug, Tampons, Haustürschlüssel, geschnallt hat, ja, es fehlen eigentlich nur die Patronenhülsen, läuft sie von Mitarbeiter zu Mitarbeiter und verteilt die Callsheets für den nächsten Tag. Darauf stehen die Bilder, die abzuarbeiten sind und die Anfangszeiten und allerhand andere Informationen, die man für gewöhnlich nicht liest, ich lese sie jedenfalls nicht. Wichtig ist einzig und alleine, wo es am nächsten Tag hingeht und wann angefangen wird. Wenn der Drehort gewechselt wird gibt es auch einen Stadtplan und eine empfohlene Route mit Marker gekennzeichnet und auch noch einmal in einem Kästchen der Fahrtweg mit Worten beschrieben, nein, es kann eigentlich nichts schief gehen für jedes einzelne Gewerk, jeden einzelnen Mitarbeiter. Und tatsächlich habe ich noch niemals erlebt, dass irgend jemand irgendwann irgendwo wirklich nicht zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zur Stelle war, das passiert einfach nicht, das ist Logistik und das ist ausgeklügelt und es gibt in dieser Hinsicht sowieso keine Schlamperei, da alle Mitarbeiter sowieso Freiberufler sind und sich ein neuerliches Engagement durch Patzer wie Drehort nicht finden oder zu spät kommen nicht verscherzen werden, deshalb jedenfalls nicht.
Nach 35 Tagen oder 7 Wochen Zusammenarbeit weiß man natürlich auch, was man voneinander zu halten hat. Da die Jobs unterm Strich gut bezahlt werden – es lohnt sich für jeden, hier zu tun, sie fahren auch alle Autos in besserem Segment und das Spielzeug, mit dem sich umgeben wird, Handys, Laptops, iPods, Digitalkameras, das ist alles jüngste Auflage – da sind die Stellen auch nicht gerade mit Berufsanfängern besetzt. Alles zwar Leute um die 30, ich bin mit 43 eine Ausnahme, aber jeder mit etlichen Fernsehproduktionen auf dem Buckel, fürs Fernsehen zu arbeiten bedeutet den Anspruch auch unter Zeitdruck zu wahren. Das ist allerhand. So kenne ich nach 7 Wochen jeden mit seiner Macke und seiner Stärke, einen Assistenten habe ich, den ich sicherlich am letzten Drehtag auch das letzte Mal sehen werde, so einen lahmen Mitarbeiter hatte ich noch nie, nach einer Woche hätte ich ihn eigentlich feuern müssen, aber da er durch mich und nicht durch die Produktion zu mir gekommen ist, ging das nicht so einfach, da war nur eines dieser Gespräche nötig, die ich so sehr liebe, ich sagte ihm, dass er eine taube Nuss sei, danach ging es etwas besser, aber taube Nuss bleibt taube Nuss. Jedenfalls wenn die Nuss schon über 30 Jahre alt ist.
Nun, noch eine Woche. Was mache ich dann. Am besten ans Meer fahren. Ja ans Meer. Und mal wieder schreiben.
23. Juni 2006
8: Café / Küche – I/T
Die schöne Frau lästert vor ihrer weniger schönen Freundin über eine auch sehr schöne Nebenbuhlerin. Es geht richtig und kurz und knapp zur Sache und endet damit, dass die schöne Frau sagt: „Wenn du F. siehst, dann warn mich bitte, damit ich rechtzeitig weglaufen kann.“ In dem Moment, der schönen Frau im Rücken, erscheint die Nebenbuhlerin und die weniger schöne Freundin macht nun Handzeichen und Bewegungen, sie soll ja warnen. Aber die schöne Frau versteht zu spät und sagt dann, in der Art ertappter AllyMcBeal: „Warum habe ich nur das Gefühl, dass ich jetzt keinen Spaß daran haben werde, mich umzudrehen?“ Und sie dreht sich um, die schöne Nebenbuhlerin ist zu sehen und die weniger schöne Freundin sagt: „Weil hinter dir F. steht?“
Die Szene ist soweit ganz nett, funktioniert auch, im Vorabendprogramm der ARD kann man gerne so lustig sein. Aber eines vertrage ich nicht und ich werde es nie ertragen, wenn Sätze nachgeschoben werden, die unnötig sind wie ein Kropf, die sagen, was man als Zuschauer schon gesehen hat. Und das ist eben der letzte Satz, den ich heute mindestens zehnmal, wenn nicht zwanzigmal gehört habe. Und bis zum Schluss sträubten sich mir die Nackenhaare und bis zum Schluss wollte ich aufspringen und eingreifen, mindestens den Regler zumachen.
Aber ich blieb sitzen, dachte an meine Tagesgage, dachte über mein Los, freue mich über jede fremdsprachige Produktion in der Zukunft, die Texte verstehe ich dann wenigstens nur zur Hälfte oder gar nicht. Besser gar nicht. Oder es ist ein Sprachkurs. Sprachkurs.
10. Juni 2006
Es ist eine beliebte Übung, bei Spielfilmproduktionen die Arbeitstage vor den freien Tagen lang werden zu lassen. Und nicht nur lang, das ist nicht alles, bis hinein in die Nacht, versetzt, oder gleich ganz die Nacht hindurch. Das hat den Vorteil, nicht auf irgendwelche vorgeschriebenen Ruhezeiten achten zu müssen, übrigens das einzige, worauf noch einigermaßen geachtet wird, auf 11 Stunden Ruhezeit. Ansonsten, über die 2 Tage frei, die dann nominell eigentlich nur eineinhalb Tage frei sind, kann dann die neue Woche wieder ganz früh begonnen werden. Sehr praktisch.
Ich nenne das „Klauen von Lebenszeit“: Ich denke, eine unfreiwillig durchgemachte Nacht kostet 4 Tage Leben, oder 3, jedenfalls verkürzt sich die Lebenszeit um ein bestimmtes Maß. Zwar kann das nicht bewiesen werden, da das Maß X für Lebenszeit unbekannt ist, aber der Überzeugung für meine Theorie bin ich trotzdem. Weil ich mich so fühle, als hätte man mir 3 Tage gestohlen. Ehe ich wieder in einen bestimmten Tritt komme, ohne meinem Körper hinterherzulaufen. (Genauso schlimm, wenn nicht schlimmer, ist das Überwinden von Zeitzonen mit dem Flugzeug, da sind dann komplett 4 Tage Lebenszeit futsch, in jede Richtung, also doppelt, 8. Aber das wird aufgewogen durch einen anderen Erlebnishorizont, nicht gleichzusetzen mit einer unfreiwillig durchgemachten Nacht.)
So wollte ich es heute einmal überwinden, nachdem ich 7 Uhr in der Frühe nach Hause gekommen war. Ich wollte so tun, als sei nichts gewesen. Als wäre ich freiwillig schlaflos gewesen und hätte ich freiwillig das Morgenrot über der Stadt beobachtet und genossen. Ich war drauf und dran, auf die Autobahn zu gehen, den Tempomaten auf 122 einzustellen und in die Uckermark zu fahren. Aber dann habe ich doch geschwächelt. Lebenszeit, nein, ein Verlust daran lässt sich nicht wieder einholen. Ich habe mich ins Bett gelegt und bin dreieinhalb Stunden später aufgestanden. Mit einem Brennen in den Augen und einem wachen Verstand, aber Beinen, die sich mehr in der Konsistenz von Weichgummi anfühlten.
Auf der Autobahn, bei 122, hatte ich dann genug Zeit über den Sinn und Unsinn meines Lebens nachzudenken. Das Ergebnis? Ich habe Rasen gemäht, die Weihnachtsbaumtanne gegossen, sie hat Maitrieb, 5 Tomatenpflanzen gesetzt und Unkraut beseitigt. Und nach einem Glas Rosé, gegen 8 Uhr, gab es den berühmten blicklosen Blick einer Kuh mit Gras zwischen den Zähnen. Wen mache ich verantwortlich, wenn ich jetzt nur 75 statt 82 Jahre alt werde?
30. Mai 2006
Serie drehen ist langweilig. Das ist so, als würde man in eine Schraubenfabrik gehen, der Bedarf an Schrauben hört nie auf. Oder in eine Streichholzfabrik, der Bedarf an Streichhölzern hört nie auf. Serie bedeutet vor allen auch, immer 3 oder 4 Folgen parallel zu drehen, so werden die einzelnen Motive abgefeiert. Man hat dann gar keinen Durchblick mehr, was man in der Geschichte eigentlich nun gerade dran hat, alles verschwimmt zu einem Einheitsbrei, so wie Serien ja auch sind. Diese Parallelität lässt auch gar keine herausragenden Emotionen zu, man kann gar nicht richtig loben oder schimpfen, eigentlich ist man nur damit beschäftigt, abzuarbeiten.
Meistens macht es sich dann das Team gemütlich miteinander, man fühlt sich zusammen in einem Boot sitzend, was eng ist, aber das Meer muss nun ja nun mal durchquert werden, Horizont in Sicht, ja ganz weit hinten. Das ist durchzuhalten. Also warum sich Stress machen?
Hier in meiner Serie hat man damit begonnen, miteinander Bilder von Fußballern zu sammeln, zu tauschen, zu verkaufen. Das macht bestimmt die Hälfte der 30 Leute mit. Dazu gibt es ein Album,
Zu Gast bei Freunden steht drauf, darin werden die Bildchen geklebt und damit wird sich beschäftigt. Es geht richtig ernsthaft zu, wobei mir bisher verschlossen geblieben ist, worin der Reiz besteht. Ein Reiz würde doch nur im Mangel bestehen, wie wird denn dieser Mangel an Bildern so künstlich aufrechterhalten, ich verstehe es nicht.
So beschäftigt sich das halbe Team miteinander, es wird getuschelt, über Walkytalky geredet und jede freie Minute am Tauschbörsentisch verbracht, ernsthaft und diszipliniert, ohne die eigentliche Arbeit zu vernachlässigen.

Einmal saß die Makeupfrau neben mir und der Kameraassistent kam hinzu. Er kaufte ihr ein Bildchen ab. Sie holte ihr Portemonnaie hervor und die Transaktion ging sehr schnell vonstatten. Das interessierte mich dann nun doch, wie teuer?, sie sagte, 30 Cent. Ich war enttäuscht, so wenig, ich hätte mindestens 5 Euro gedacht, irgendwoher muss doch der Reiz kommen. Ich sagte, ach so, 30 Cent, und sie sagte, ja, das ist doch viel, für einen Schüler, wenn der 30 Cent bezahlen müsse. Aber ihr seit doch keine Schüler, sagte ich. Sie schaute mich erstaunt an und antwortete nicht.
Aha, so weit ist es also schon. Sie schaffen sich schon eine Parallelwelt miteinander! Das sind ja ungeheuerliche Vorgänge! Und so bleibe ich weiter außen vor, frage nicht weiter nach, vermute, beobachte, finde es unbegreiflich. Wie ich schon sagte, Serie drehen ist wirklich langweilig.
25. Mai 2006
“Wenn man in Californien am Strand einen Stein wirft, trifft man gleich ein Dutzend von ihnen”. Das umschreibt wohl am treffendsten die Schauspieler der Vorabendserie, der ich mich nun angeschlossen habe: Schöne, großgewachsene Menschen mit schnellem und optimistischem Lachen, redegewandt, eloquent, gut gelaunt. Warum fällt es mir nur so schwer, mir die Vornamen zu merken. Ist da irgend ein Geheimnis? Sie müßten alle Bob oder John heißen. Warum?
Vor langer Zeit hatte ich mal einen Kollegen, der nannte alle KRAUSE. Der Regisseur war Krause, der Kameramann war Krause, ich war Krause. He, Krause, komm mal her. Krause, mach mir mal die Tür auf. Krause, reich mal das Salz rüber.
Tagein tagaus rannte er in Gesundheitsschlappen herum und hatte die Angewohnheit, den Schnaps aus Wassergläsern zu trinken. Mit Nachnamen hieß er nicht Krause, er hieß Lietschew. Vielleicht deshalb der viele Schnaps. Ich kanns ja nun sagen, er ist gestorben. Vielleicht sollte ich seinen Krause-Trick übernehmen?
Die Mädchenschauspieler sind alle sehr symphatisch. Hier ist man auch nicht so schamig, wenn ein Mikrophon zwischen die Brüste geklebt und der Sender am Oberschenkel befestigt werden muß.
In Pakistan war mal eine junge Schauspielerin, die – nachdem ich ihr so ein Mikro installieren hatte lassen – zur Strafe nur lautlos die Lippen bewegte. Ich dachte tatsächlich, da sei irgend etwas kaputt, aber sie wollte sich bei mir nur rächen, daß ich ihr so nahe gekommen war und überhaupt so nahe war. Sie bekam dann mit der Regisseurin einen fürchterlichen Ärger, nachdem ich das eigentlich hatte anders klären wollen, zum Schluß war es mir selber peinlich, dieses Aufsehen. Denn natürlich, wenn man eine fremde Stimme so nah auf seinen Kopfhörern hat, im Grunde trete ich in einen intimen Kreis. Sie wollte das nicht. Als Schauspieler muß man das natürlich zulassen, auch in Pakistan. In Deutschland ist das kein Thema. Da ist es eher so, daß man vergeblich nach irgendwelchen Barrieren sucht. (Oder es wird gezickt. Aber das ist eine ganz andere Sache.)
22. Mai 2006
Heute haben sie doch tatsächlich, und das am ersten Tag, geloost: Wenn man 6 Minuten auf dem Plan hat, will heißen, 6 Minuten Sendeminuten sollen gedreht werden, kann man sich keinen Ausfall leisten. Vor allen dann, wenn *jeden* Tag über 2 Monate lang 6 Minuten geschafft werden müssen. 6 Minuten sind ein mörderisches Pensum, ja ich weiß, vielleicht liest hier jemand mit, der 8 bis 10 Minuten am Tag auf dem Plan schon hatte, aber die nenne ich die Adolf Hennecke des Films, bzw. so sieht es dann auch aus, Schauspielerarbeit ist dann gar nicht mehr und der Kameramann läßt nach dem Motto Licht setzen: Mach mal hell.
Aber so etwas wollen wir doch gar nicht erst anfangen! Doch auch schon bei 6 Minuten kann nur die Qualität auf der Strecke bleiben, naja, ist ja Vorabendprogramm, naja. Aber loosen darf man da trotzdem nicht.
Auf der Hinfahrt heute in aller Herrgottsfrühe sagte der Wetterbericht mir schon, heute Nachmittag wird es Schauer geben, da kann der Himmel noch so blankblau jetzt aussehen. Aber als Tonmeister, noch dazu am ersten Tag, da sage ich doch so etwas nicht in die Runde, nur dem Kameramann, bei der Begrüßung und gleichzeitig Vorstellung, hab ich gesagt, Schitt, heute Nachmittag regnets, woraufhin er sagte: Sag doch so etwas nicht. – Es ist natürlich auch unschön, so etwas zu sagen, wenn den ganzen Tag draußen gedreht werden soll und man sich noch gar nicht kennt, also hab ich mir auf die Zunge gebissen und nichts weiter gesagt, wobei mir ganz sicher war, daß es regnen wird. Aber ich werde doch nichts beschreien. Und dachte immer noch im Stillen, ein Coverdrehplan sei aufgestellt, bei der Ruhe, mit der bis 13Uhr gedreht wurde, und da war auch schon Wind aufgekommen und es war schwühlwarm, sicheres Zeichen für Regen, vielleicht in Ägypten nicht und in Jordanien auch nicht, aber in Europa schon. Da braucht man gar kein Prophet sein, nur die Augen ein bißchen offen behalten.
Langer Rede, kurzes Ergebnis, 2 Minuten, wenn nicht mehr, sind heute hängen geblieben. Es schüttete, daß es nicht mehr lustig war. Was für ein Anfang. Kein Ausweichplan, bei einem Dreh in Europa. Ich lach mich tot.