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21. Juni 2010

Gosau am Dachstein

Abgelegt unter: unterwegs, Östereich — gtaag @ 23:49
Die Klimaerwärmung hinterläßt ihre Opfer, mich. 8 Grad zum längsten Tag des Jahres und 100m höher, die Ausläufer des Dachsteins sind bepudert.

Normalerweise ist da beim Drehen Thermounterwäsche angesagt und eine dicke Jacke. Lerne: Der Sommer kann zwar heiß sein, so wie er immer schon heiß war, aber es kann durchaus auch kühl werden. Sogar kalt. Der Gletscher steht stramm. Ein dicker Pullover sollte im Gepäck niemals fehlen.

13. Dezember 2008

Abgelegt unter: Xapkib — gtaag @ 01:25
Saunasaison eröffnet, kein Schweiß aufs Holz, Ukraine vergessen, Kampf ums Geld als normale Nebenbeschäftigung: Die Technik ist in der Ukraine verblieben und nun die Miete dafür eintreiben. Auch dann, wenn nicht damit gearbeitet wird. Im Zeichen der medial heraufbeschworenen Finanzkrise eine wirklich beruhigende Beschäftigung. Vor allem wenn man rausgeschmissen wurde und am Hungertuche nagen müßte.

19. November 2008

Auf Wiedersehen

Abgelegt unter: Xapkib, unterwegs — gtaag @ 14:11
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13. November 2008

Xapkib Tag 32

Abgelegt unter: Xapkib, unterwegs — gtaag @ 18:11
Nach der Arbeit bis zum Sonnenaufgang auf dem Flughafen trafen wir uns noch, da Feierabend war, Downtown in einer Kneipe zum Frühstück. Wir waren 7 Leute und  da die Tische mit fest installierten Bänken nur Vierertische zuließen, saßen wir wie in der S-Bahn, nicht ungemütlich, aber etwas getrennt an 2 Tischen.
B. hat hier eine Liebe gefunden, B. ist ein stiller Mensch, etwas massig, dem gerne alles ankotzt und der eine leise Stimme hat. Er wirkt wie im Leben noch nicht freigeschwommen, schüchtern, oder es ist seine persönlicher Art, er ist Mitte 30.
Seine Freundin kam nicht neben ihm, sondern bei mir und meinem Assistenten zu sitzen, mit dem Rücken zu B., aber sie konnten sich berühren und miteinander tuscheln, umsetzen wollte sie sich nicht und wenn sie mit mir sprach, verstand ich sie kaum, sie sprach ein eigenartiges Englisch und sie hatte auch nicht viel zu sagen. Sie wirkte belastet, mein Assistent und ich, wir scherzten und fanden lockere Konversation, sie konnte oder wollte nicht drauf einsteigen. Ich ertappte mich bei dem Gedanken, da hat B. sich ja eine Schlaftablette gesucht. Aber irgendwie passt es ja…
Am Nebentisch waren ernste Gespräche, vielleicht waren alle einfach nur müde. Wir aßen verschiedenste Arten Plini und Omelett, der Kaffee war vernünftig und die Kellnerin eine schlanke zierliche Person, die ihren Bauch zeigte. Die Rechnung war nicht niedrig, aber durch 7 erschwinglich, da B.s Freundin die Rechnung geordert hatte, kam sie auch zu ihr, vom Nachbartisch kamen die Hunderter, viel zu viel und nur mein Assistent und ich gaben eine trinkgeldgerechte ausgerechnete Summe.
B.s Freundin rechnete zusammen und es waren 250Griwi übrig, ca. 30 Euro, und ich sah mit wachem Blick, dass sie sich die Scheine in ihre Börse schob. Ich sah es und war gelähmt von der offensichtlichen Frechheit. Ich konnte nicht reagieren. War da etwas abgesprochen, von dem ich nicht wusste? Was passierte hier?
Währenddessen wurde am Nachbartisch weitergeredet, das Bezahlen aus den Augen verloren, beim Aufstehen erst erstaunt festgestellt, dass ja gar kein Rückgeld gekommen sei, na ja, nicht schön, aber irgendwie komisch. Ich konnte nichts sagen, ich hätte selbst im Scherz verpackt B.s Freundin entlaven müssen und es wäre eine fürchterliche Situation gewesen, für B. Ich schaute ihr fest in die Augen, aber sie hatte einen glasigen Blick bekommen, ja, sie wusste genau, worum es ging, sie meldete sich nicht.
Mein Assistent hatte genauso beobachtet und war im Schockzustand, draußen fragte ich ihn und er bestätigte. Später erzählte ich einem Geprellten und erklärte die Situation. Eigentlich tut mir nur B. leid, er wird ausgenommen werden wie eine Weihnachtsgans. Es sollte mich wundern, wenn das Szenario anders laufen würde. Ich sagte ihm nichts und werde ihm nichts sagen. Verliebten kann man nichts über das Objekt ihrer Liebe sagen, ohne zu verletzen. Es wäre wie ein persönlicher Angriff und ein Warnen nichts anderes als Besserwisserei.

9. November 2008

Xapkib Tag 29

Abgelegt unter: Xapkib, unterwegs — gtaag @ 16:39
Am Sonntag, den 9.11.2008, 17:21 Uhr war es soweit: Die Heizung in der Wohung begann zu plätschern und die Rohre wurden warm. Die Stadt spendiert Heizung, nun kann der Winter kommen, nachdem er schon gekommen ist, nachts ist es unter 0 Grad. Nun wird die Wohnung bewohnbar und ich werde mir überlegen müssen, wohin ich den einzigen Tisch stelle: Weiterhin in der Küche und ins Wohnzimmer. Es plätscherte und rauschte, die Rohre schon warm. Irgendwie bin ich von den Socken. Ich hatte mich mit dem Ölradiator und der Küche engagiert. Es gab als Vorbote schon kochendheißes Wasser im Bad und ich hatte es gleich für ein Wannenbad genutzt. Man weiß ja nie, vielleicht ist ja schon morgen wieder alles vorbei.

(10.11.08) Nachtrag: 
Das warme Rohr währte 20 Minuten. Es schaffte nicht einmal den Heizkörper laufwarm. Hurra. Ich muß mir keine Gedanken über den Platz für den einzigen Tisch machen!

2. November 2008

Xapkib Tag 22

Abgelegt unter: Xapkib, unterwegs — gtaag @ 20:35
Nun habe ich 27 Jahre lang in der ddr gelebt und eigentlich müsste ich es doch wissen, aber weit gefehlt, ich weiß überhaupt gar nichts mehr. 
Ich habe die Waschmaschine angestellt und gleichzeitig den Ölradiator laufen lassen. Dass die Steckdosen im Wohnzimmer mit der im Bad ein Kreis ist, darauf bin ich nicht gekommen.
Der Sicherungskasten ist abenteuerlich und als der Elektriker kam fluchte er vor sich hin, stari, (alt), Sowjet. Die Sicherungsautomaten sind kaputt, da rührt sich nichts mehr und als auf einmal in den Freileitungen es knisterte hob selbst der Elektriker die Hände. Nun hab ich noch einen Stromkreis, in der Küche, es ist gemütlich, ja. Ölradiator und Kühlschrank vertragen sich. Der Elektriker hat aufgegeben.
Der einzige Bettbezug liegt naß in der Waschmaschine. Um mich zu trösten trinke ich einen Whiskey aus der Tasse. Es wird Zeit dieses Land zu verlassen.

30. Oktober 2008

Xapkib Tag 20

Abgelegt unter: Xapkib, unterwegs — gtaag @ 20:12
Und wandere ich auch durchs finstere Tal. Jaja. Mit Fieber ist die Welt tatsächlich nur noch in einem dunklen Tal zu sehen. Wenn man drinsteckt merkt man das ja gar nicht richtig, erst wenn die Sonne wieder aufgeht, man klar sehen kann. Eine Lungenentzündung ist eine schmerzfreie, aber dunkele Angelegenheit.

Die erste Zeit in Xapkib ist mir wie ein finsterer langer Tunnel. Ich erinnere mich an gigantische Sets, eines, in die Tiefe 3km und bespielt mit Kulisse der 30iger Jahre. Straßenbahnen, Autos, 500 Komparsen, 9 Unterregisseure für 9 Sektoren. 2 Megawindmaschinen, in deren Strom fleißig Zement gestreut wurde. Soviel zum riechenden Ton. Durch finstere Täler kann man auch nur gehen, wenn man eigentlich nichts zu tun hat, ich bin wohl der teuerste Tonmeister für Primärton. (Allerdings habe ich alle Möglichkeiten und Unterstützung, den Ton nachträglich aufzunehmen. So wie in noch keiner Produktion. Aber Ton nachträglich aufzunehmen ist keine Anstrengung, da herrschen keine fremde Gesetze, keine Einschränkungen. Einmal möchte ich in Deutschland solche Bedingungen haben.)

Wenn ich mich auch erinnern werde:  An wechselnde Wohnungen. Nun habe ich endlich eine, die wohl auch die letzte sein wird. Keine Kraft mehr, mich zu wehren. Um hineinzukommen, muß man etliche Gerüche überwinden und landet dann in einer Wohnung mit 2 Zimmern, spärlich möbliert, unausgestattete Küche, einem Bad, das Eigengeruch hat und wo die Fußbodenkacheln lose sind. Seit 3 Tagen gibt es warmes Wasser. Die Heizung ist Zierde. Ein Ölradiator tut seinen Dienst. Strom kommt auch in der Ukraine aus der Steckdose. Bitte noch die nächsten 3 Wochen.

15. Oktober 2008

Xapkib Tag 3

Abgelegt unter: Xapkib — gtaag @ 11:18
Es mehrt sich auffällig ein bestimmter Frauentyp: Sehr schlank, regelrecht schmal, kleine Brüste. Haarfarbe kann wechseln.
Man weiß nicht so genau, was hinter den Kulissen passiert, diese Frauen kommen und gehen und erfüllen manchmal einen, manchmal zwei Tage im Getriebe der Produktion ihre Aufgaben, beim Kostüm, im Artdepartement, im Büro. Dann hat man sich an ein Gesicht gewöhnt, schon wechselt es wieder.
D.Z. hat alles in der Hand. Er und seine Assistentin, P., auch schmal und kleinbrüstig, sind das Gedeih und Verderb, sie sind der Eingang und der Ausgang.
Bei so viel äußerlichen Gemeinsamkeiten stellt sich die Frage nach der Qualifikation, aber nicht umsonst werden Eingang und Ausgang so oft benutzt.
Da hatte sich dann auch ein Focuspuller vorgestellt, sie kam Aufgrund ihrer Körpermaße durchs Nadelöhr, aber es stellte sich schnell heraus, sie hatte doch nicht die nötige Erfahrung für diesen Beruf, war aber als Typ gelehrig, enthusiastisch und passte zu den Männern der Kameraabteilung, sie war gut als Assistentin, eine Stelle, die auch besetzt werden musste. Ex und Hopp, sie war also nicht als Focuspuller gut, weg mit ihr. Selbst die Intervention des DOP und seines Assistenten half nichts. Zur Begründung für Kameraabteilung, sie sei ja nun nicht das, als was sie sich vorgestellt habe. Zur Begründung für sie: Sie sei eine Frau, so einen Beruf übe keine Frau aus.
D.Z. trifft zufälligerweise meinen Frauengeschmack. Ich gehe gerne in die Etage mit den Büros und dem Café, die neuen Mitarbeiterinnen mir angucken. Im Café ist wlan, es wird kräftig geraucht und besprochen, getroffen, gegessen. Telefoniert. Ich habe wenig zu tun. Ab und zu kommt jemand vorbei, dem ich erklären muss, dass Ton kein Problem darstellt, dass es eben nur ein paar Regeln gibt, die man beachten sollte, wenn man nicht hinterher alles im Studio nachmachen wolle. Und das wolle D.Z. nicht und ich wolle das sowieso auch nicht.
Nach der Traktorenfabrik wollte ich heute die Drehorte ansehen, aber es stellte sich heraus, dass die meisten entweder noch nicht feststehen oder nur mit Aufsicht zu besichtigen sind. Mein Assistent aus Kiew, er ist strebsam, er will schon vor Drehbeginn Töne aufnehmen. Ein Drehort ist der Zoo, mitten in der Stadt, ich setzte mich durch, das Tongerät nicht mitzuschleppen, denn was soll man denn nachmittags in einem Zoo in der Mitte einer Stadt aufnehmen, außer Straßenverkehr, Publikumsverkehr und Bauarbeiterlärm. Er war unzufrieden, aber ich bin ja nun mal sein Chef. Neinnein, ich bremse ihn nicht, aber sinnlose Aktionen… Es war dann auch wirklich so, wie ich gedacht hatte, schreiende Kinder und ein Presslufthammer emsig beschäftigt, Bären, die stumm im Kreis liefen und die einzigen Tiere, die irgendwie Lärm machten waren die Spatzen, außerhalb des Vogelkäfigs.

14. Oktober 2008

TonSplitter Traktorenfabrik

Abgelegt unter: TON-Splitter, Xapkib — gtaag @ 11:50
Xapkib, Traktorenfabrik. Wenn man sie zu Fuß durchqueren will benötigt man 45 Minuten. Die Hallen haben Stadienausmaße. In der Sowjetzeit wurde 24 Stunden am Tag gearbeitet, heute sind es 5 Tage, 8 Stunden.

Irgendwann fiel der Strom aus und es gab nur noch ein Zischen der Druckleitungen. Es war 2 Stunden vor Schichtende und die Arbeiter gingen ganz ruhig nach Hause.

13. Oktober 2008

Xapkib Tag 0

Abgelegt unter: Xapkib — gtaag @ 18:24
Von Wien nach Xapkib Business Class zu fliegen bedeutet 2 Flaschen Weißwein zur Auswahl präsentiert zu bekommen, Grüner Veltliner oder einen Chardonnay, ich entscheide mich für einen Veltliner, der wird dann im Glas serviert.
Die Business Class ist in der Fokker ist nicht unbedingt geräumiger als es die Holzklasse ist. Aber in der Dreierreihe, der Mittelsitz hat ein Tuch über die Lehne gelegt, auf dem Tuch steht, reserviert for your comfortable.
Ich sitze da nun so rum und lasse mich in die Ukraine segeln, der Flieger liegt wie ein Brett, es gibt weit unten eine Wolkenschicht und einmal tauchte die Hohe Tatra mit Schnee als kleines, sehr begrenztes Hochgebirge auf. Business ist billiger als normal zu fliegen, wenn man die Kosten fürs Gepäck einrechnet und vor allem, der Rückflug kann jederzeit umgebucht werden, und da ich in unsicherem Zeitrahmen unterwegs bin, es kann passieren, von einem Tag auf den anderen abserviert zu werden, dann ist Business regelrecht billig sogar.
Ja, es kann passieren, bei diesem Projekt von einem Tag auf den anderen rausgeschmissen zu werden. Entweder ich bleibe erst einmal bis Ende des Jahres in Xapkib und dann noch einmal weitere 4 Monate oder aber mich schwebt ein Austian Arrow schnell wieder über Wien nach Berlin. Es ist eigenartig zu wissen, auf einem Schleudersitz zu sitzen. Der Regisseur möchte den Ton riechen können. Der Regisseur ist ein Russe, ein Wohlgeborener, er kann deutsch und ich dachte, da liege nun ein Vokabelfehler vor, aber er sagte jaja, er wisse schon, er wolle den Ton riechen können. Nicht nur die Atmosphäre. Und er wolle jeden Raum, jede Szene, noch einmal, riechen können. Das dürfe aber nicht erst bei der Nachbearbeitung entstehen, das müsse schon im Originalton am Set hergestellt werden.
Man muss wissen, dass es sich um einen Film handelt, der in Russland der 30iger bis 60iger Jahre spielt. Gedreht wird 2008 und 2009 in Xapkib in der Ukraine, gedreht wird viel in gebauten Sets, gedreht wird an Originalschauplätzen. Originalplätze bedeuten eine Atmosphäre der heutigen Zeit, das fängt mit dem Klang von Straßenverkehr an und hört auf damit, worüber die Leute reden und vor allem in welcher Sprache. An Tekknomusik aus irgendwelchen Läden mag ich gar nicht denken.
Gebaute Sets bedeuten vor allem, dass die Türen und Wände aus anderem Material sind, als es ein Original wäre. Wenn eine schwere Tür ins Schloss fällt wird es immer nach Pappe und Pressspan klingen, ein Fußboden, der die Optik von Marmorplatten hat, ist in Wirklichkeit Bühnenboden. Wie denn da um alles in der Welt den Ton zum duften bringen.
Schleudersitz.
Regisseure sind ja meistens Menschen, die gut damit fahren, Maximalforderungen zu stellen. Das stachelt die Mitarbeiter an, das motiviert sie mitunter, über ihren eingefahrenen Stiefel hinauszuwachsen. Wenn Regisseure dann auch noch motivieren können, ihr Feuer wirklich ansteckt, dann entstehen manchmal einzigartige Dinge, nicht reproduzierbar, etwas Außergewöhnliches und Gültiges. Darum müssen Regisseure manchmal schwierige und unbequeme Menschen sein, das hat schon alles seinen Sinn. Aber einen Ton riechbar zu machen unter solchen Bedingungen, das bedeutet den Auftrag zu bekommen, Gold herzustellen und selbst wenn Meissner Porzellan dabei herauskommt wird man geköpft. Also ist es billiger, Business zu fliegen, um die Leiche zurückzutransportieren.

Xapkib empfing grau und auf dem Rollfeld wurde die Form gewahrt, die etwa 50 Passagiere nicht die hundert Meter zum Abfertigungsgebäude laufen zu lassen, da wurde ein Bus geschickt. Durch ein schmales Tor ging es einen Weg entlang, es standen Birken und Eschen und schummrig empfing ein größerer Flur, in einer Reihe standen artig die Passagiere, zur Passkontrolle, in der Luft lag unparfümierter Zigarettenrauch. Und ja schließlich, endlich beim Zoll. Das sind ja so viele Koffer und Kisten. Was denn da drin ist. Eigentlich müsste ja Einfuhr erhoben werden, so Fotoapparate und so. Es herrschte Bemühung und Ratlosigkeit, dieser kleine Flugplatz, diese eingespielte Zollkontrolle, Leute hindurchzuwinken, aber seine Arbeit müsse man ja auch tun, aber zu viel und außergewöhnliches dann doch nicht. Im Beruf gealterte Herrschaften, jenseits der 50. Eigentlich redet und klagt man lieber miteinander, als neue Formulare auszufüllen und sich mit unzufriedenen Reisenden herumzuschlagen. Schließlich wurden wir durchgewunken. Ja. Die Ukraine dürfte Prozente auf Equipment erheben, pro Monat, wo dieses Equipment im Lande verbliebe. Deshalb auch die komplizierte Geschichte mit dem Carnet.
Xapkib, willkommen. Tag 0. Ich werde dich schon riechbar machen. (Es roch erst einmal nach Kerosin.)

12. Oktober 2008

TonSplitter

Abgelegt unter: TON-Splitter, Xapkib — gtaag @ 15:08
Xapcib, Hinterhof. Feuerwerk.

30. Juli 2008

Gibraltar

Abgelegt unter: unterwegs — gtaag @ 01:19
Nein, in Gibraltar ist nicht auf einmal Linksverkehr. So weit geht es dann nun nicht. Aber ich muss sagen, dass in Gibraltar kein Linksverkehr vorgeschrieben ist, ist eigentlich ein delikates Versagen der Downing Street. Da reist man ein und die Bobbys stehen auf einmal auf der Kreuzung, mit korrekter Haltung, kein bisschen leger, sie führen dich über den Roundabout, den du auch so genommen hättest, da stehen sie und sind bei der Sache und die Ernsthaftigkeit hat auf einmal ihren Fehler, weil man nicht links fahren darf. Im Linksverkehr wäre man ihnen dankbar, aber so.

Gibraltar macht in seiner Eigenartigkeit nicht viel Aufhebens. Man darf hineinreisen, sieht die Bobbys, sucht einen Parkplatz, trinkt ein Bier, in Euro bezahlt und in gibraltinischen Pfundmünzen den Rest ausbezahlt.
Irgend etwas muss an Gibraltar sein. Es gibt mehr als nur einen Laden, in dem die Regale mit Whisky voll gestellt sind und kubanische Zigarren bündelweise zum Verkauf angeboten werden. Ich glaube ja nicht, dass man heute überhaupt noch an solchen Orten zu seinem Vorteil einkaufen kann, die 50 kubanischen Zigarren habe ich nur gekauft, weil ich sie sonst nie gekauft hätte. Gibraltar hat etwas übrig für Genussmenschen.

Wenn man vorwärts strebt und sich nicht mit parkplatzsuchenden Autos unterhalten will, läuft man unweigerlich durch einen Autotunnel, der wenig befahren zur Spitze der Insel führt. Der Tunnel ist wahrhaftig in den Felsen gehauen, nicht etwa eine ausbetonierte Röhre, nein, der Fels ist zu sehen an den Wänden und Decken, das ist sehr ursprünglich, irgendwie gefahrvoll. Plötzlich dann draußen öffnet sich ein Areal mit einem Leuchtturm und ein Wasser mit ankernden Hochseeschiffen. Und eine Moschee steht, nicht besonders klein, aber doch sehr klein in den Dimensionen, da.

Der Wind haut über die Spitze.

Leider war kein Muezzin zu hören. Ich wäre zu Boden gefallen, glaub ich, weil da was über mich hinweggefegt wäre. Aber so war nur Wind.
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